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Scan 223
Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1910
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1sammlung übertragen, die der Granprincipe hinterlassen hatte.1) Im hohen Alter von fast 77 Jahren starb der Erfinder des Hammerklaviers am 27. Januar 1731 zu Florenz; den Klavierbau setzte sein geschickter Gehilfe Giovanni Ferrini fort, während sein Amt als Konservator der Instrumentensammlung im September des nächsten Jahres Pietro Mazzetti erhielt. — Cristofori wurde in der heute nicht mehr bestehenden Kirche San Jacopo trà Fossi beigesetzt. Am 7. Mai 1876 wurde anläßlich einer ihm zu Ehren in Florenz veranstalteten Ausstellung2) im Kreuzgang der Klosterkirche von Santa Croce zu Florenz ein Denkstein mit folgender Inschrift errichtet:
2„A Bartolommeo Cristofori
3Cembalaro da Padova che
4in Firenze nel MDCCXI
5Inventò
6il Clavicembalo col Piano e Forte.“
7Daß Cristofori mit einem gleichnamigen Geigenbauer, von dem ein schönes Cello und ein Contrabass aus den Jahren 1715 und 1716 bekannt sind, identisch ist, wie Piccolellis („Liutai antichi e moderni“, Firenze 1885) und nach ihm Lütgendorff annehmen, dürfte ein Irrtum sein, da dieser Cristofori i. J. 1680 als dreizehn Jahre alter Schüler von Nicola Amati in Cremona erwähnt wird, mithin i. J. 1667 geboren sein muß, während als Geburtsjahr des Erfinders des Hammerklaviers 1655 feststeht; auch geht aus den zahlreichen im Staatsarchiv zu Florenz vorhandenen Dokumenten und Rechnungen hervor, daß letzterer sich nur als Klavierbauer und -reparateur betätigt hat. — Ein Porträt Cristoforis ist bisher nicht bekannt geworden.
8Literaturnachweise: Puliti, Leto. Cenni storici della Vita del Serenissimo Ferdinando dei Medici Granprincipe di Toscana e della Origine del Pianoforte. Memoria letta nell'Adunanza dell' Accademia del R. Istituto Musicale il di 7 Dicembre 1873 . . . . (Estratto dagli Atti dell'Accademia del R. Istituto Musicale di Firenze, 1874). Firenze, 1874. 8°. 150 SS. u. 8 lith. Tafeln. — Casaglia, Ferdinando. Per le onoranze a Bartolommeo Cristofori che avranno luogo in Firenze il di 7 maggio 1876. Firenze 1876. 8°, 32 SS — Casamorata, L. F. Artikel „Cristofori“ in Fétis' „Biographie universelle des Musiciens“, Supplément, Tome premier (Paris 1881), p. 217—219. — Hipkins, A. J. Artikel „Cristofori“ in Grove's „Dictionary of Music and Musicians“, vol. I (London 1904), p. 636—637.
91) Das genaue Verzeichnis dieser Sammlung, die in dem vorliegenden Katalog bereits mehrfach erwähnt wurde, ist auf Seite 101—106 der wertvollen Quellenschrift „Cenni storici…“ von L. Puliti (s. o.) abgedruckt. Das mit eigenhändiger Empfangsbestätigung Cristoforis (vgl. Faksimile auf Seite 217 des vorliegenden Katalogs) versehene Inventar vom 23. September 1716 weist 84 Nummern auf. Die Zahl der zur Sammlung gehörenden Instrumente betrug insgesamt 161, und zwar waren vorhanden: 18 Cembali, wovon sechs von Cristofori und mehrere von Domenico da Pesaro und Gierolamo Zenti, 16 Spinettis, 3 Clavichords („Sordini“), 2 kleine Orgeln, 5 Claviorgana, wovon eines in Verbindung mit einem Cembalo und zwei Spinetten, 1 sog. „Gambenwerk“, 5 Theorben, 3 Lauten, 5 Guitarren, 1 Mandoline, 1 Harfe, 1 Salterio, 3 Lire da gamba, ein Chor von 13 Viole da gamba, 2 Viole da braccio von Antonio Stradivari, 10 Violinen, worunter 2 von Jacob Stainer, 4 von Nicola Amati, 1 von Antonio Amati und 2 von Antonio Stradivari, 7 Violoncelli („Bassetti di mano“), worunter 2 von Nicola Amati und 1 von Antonio Stradivari, 2 Contrabässe, 3 Chöre Schnabelflöten, 3 Querflöten, 1 Fagott, 11 Zinken und 11 Dudelsäcke („Zampogne“). Wann die schöne Sammlung aufgelöst wurde und in wessen Besitz die einzelnen Instrumente übergingen, ist nicht zu ermitteln gewesen; wahrscheinlich sind manche Stücke daraus später in private und öffentliche italienische Sammlungen übergegangen.
102) Bei dieser Gelegenheit wurde eine von P. Cavoti gezeichnete, von A. Bortone modellierte und von L. Gori gravierte Medaille geprägt, deren ausführliche Beschreibung auf Seite 132 des Werkes „Musica in nummis“ von K. Andorfer und R. Epstein (Wien 1907) enthalten ist.
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