Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 282

Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1912

18 lines. Read by computer on 29 September 2026. Printed page 266. See the scan on archive.org.

1Simon, Ignaz.
2Ignaz Simon (oder Siman) wurde am 15. Februar 1789 zu Mittenwald a. I. geboren und machte sich in der Münchener Vorstadt Haidhausen ansässig. Seines Gewerbes ursprünglich Ziegelarbeiter, bekam er die gesetzmäßige Konzession zur Ausübung des Zithermachergewerbes erst nach vieler Mühe durch Befürwortung des Herzogs Max. (Vgl. Seite 40 des Katalogs.) Er baute anfangs ähnliche Instrumente wie Kren; unablässig aber ging er der Verbesserung derselben nach, vervollkommnete und korrigierte von Tag zu Tag daran, so daß seine Fabrikate damals für die weitaus besten in München galten. Fast alle bedeutenden Zitherspieler jener Zeit, darunter auch Herzog Max, ließen ihre ersten Zithern bei Simon bauen. — Die ältesten Simon’schen Zithern waren fast durchgehends in Guitarrenform gebaut. Bald aber adoptierte S. auch die von Petzmeyer aus Wien mitgebrachte und deshalb auch „Wiener Zither“ genannte Salzburger Form (vgl. Seite 40). — S. starb am 16. März 1866 zu München; das blühende Geschäft hatte bereits seit dem Jahre 1851 sein Pflegesohn Johann Haslwanter geleitet. (Siehe Seite 246.)
3Vgl. H. Kennedy, „Die Zither“, S. 38 u. 39 und desselb. Verfassers Aufsatz im 13 Jahrgang (No. 3) der Zeitschrift „Echo vom Gebirge“.
4Schlagzithern von S. besitzen die Kgl. Sammlung zu Berlin (No. 623), das Museum des „Conservatoire“ zu Brüssel (No. 526 v. J. 1837 und No. 2491 v. J. 1835) und das Gewerbemuseum zu Markneukirchen (No. 1042).
6Smorsone, Giovanni.
7Ein Lautenmacher, der im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts (1722—24) in Rom lebte; die Pandurina No. 522 zeugt von hübscher Arbeit.
8Eine Mandoline v. J. 1724 besaß C. Claudius-Malmö (jetzt in Kopenhagen).
10Staufer, Johann Georg.
11»Guitarre-Violoncell« No. 609.)
12Johann Georg Staufer (Stauffer) in Wien zählt zu den besten und vielseitigsten Instrumentenmachern des ersten Drittels des 19. Jahrhunderts. Von biographischen Daten über ihn ist nur bekannt, daß er (nach v. Lütgendorff) am 20. Juni 1800 den Bürgereid ablegte; seine Werkstatt befand sich damals „Stadt No. 150“, später „im Schulhof No. 448“. Er war ein ausgezeichneter Geigenbauer und beteiligte sich auch an den von Francis Chanot in Paris unternommenen Versuchen zur Konstruktion einer neuen (guitarrenähnlichen) Violinform.1) Besonderen Ruf genossen seine vorzüglichen Guitarren; über sein 1823 erfundenes »Guitarre-Violoncell« („Guitarre d’Amour“, „Arpeggione“) s. Seite 174 des Katalogs. — Von seinen Erfindungen erwähnt die „Allg. musik. Zeitung“ außerdem „ein neues Griffblatt am Violoncell“ (25. Jhg., Sp. 211), Verbesserungen an der Guitarre (zusammen mit Joh. Ertl, am 9. Juni 1822 auf fünf Jahre in Oesterreich patentiert; 26. Jhg. Sp. 812) und eine neue (bogenförmige) Klaviaturordnung (zusammen mit Maximilian Kaidinger; 27. Jhg. Sp. 728.2) — St.’s Todesjahr ist bisher nicht ermittelt.
13Ein »Guitarre-Violoncell« besitzt auch das Museum Carolino-Augusteum zu Salzburg.
14Anscheinend ein naher Verwandter St.’s war der Guitarrenmacher Johann Anton St. in Wien, von dem sich Guitarren im Gewerbemuseum zu Markneukirchen (No. 1013), im Musikhistorisk Museum zu Stockholm (No 29) und in der Kgl. Sammlung zu Berlin (Baßgitarre, Coll. Snoeck No. 352) vorfinden.
161) Vgl. die Abteilung „Streichinstrumente“ des Katalogs (Seite 524 u. 529).
172) Vgl. Bd. I des Katalogs, S. 164.

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