Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 516

Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1912

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1Der Klang des Barytons, der durch das Zusammenwirken der Darm- und Metallsaiten gleichsam eine Verschmelzung des Gamben- und Citherklangs bildet, wird als anmutig und lieblich, aber auch als melancholisch und schwermütig geschildert: „ein Instrument von sehr lieblichem Tone, und in der Hand des Virtuosen ganz besonders zu tiefen Eindrücken sanfter und melancholischer Empfindungen geeignet“ nennt es Koch in seinem „Musikalischen Lexikon“ (1802); auch Leopold Mozart bezeichnet es als „eines der anmuthigsten Instrumente“. Das Baryton war ein ideales Kammerinstrument, dessen Verbreitung freilich wegen der großen Schwierigkeit seiner Behandlung enge Grenzen gezogen waren; es wurde hauptsächlich nur von kunst- sinnigen Liebhabern in Oesterreich und Süddeutschland gepflegt.1) Bekannt ist in der Musikgeschichte die große Vorliebe, die Joseph Haydns Gönner Fürst Nikolaus Joseph Esterházy (geb. 1714, gest. 1790) für das schöne Instrument hegte und die Haydn zur Komposition einer großen Anzahl von Stücken für dasselbe anregte.2) Auch gelang es dem Fürsten Esterházy, einige hervorragende Barytonspieler als Kapellmitglieder in seine Dienste zu ziehen, so Joseph Weigl (d. Aelt.; geb. 1740, 1761—69 in Eisenstadt, gest. 1820 zu Wien), Andreas Lidl (1769—74 in Eisenstadt, gest. nach 1778 zu London), Karl Franz (geb. 1738 zu Langenbielau in Schlesien, 1773—76 in Eisenstadt, gest. 1820 zu München) und Anton Kraft (geb. 1752 zu Rokitzaub bei Pilsen, 1778—90 in Eisenstadt, gest. 1820 zu Wien). — Noch im 19. Jahrhundert traten zwei Künstler als Baryton-Virtuosen auf: Sebastian Ludwig Friedel,
31) In der „Encyclopédie“ (tome XXXV, Genève 1778, p. 523) heißt es: „La grande viole qui a 44 [?] cordes, & que les Italiens appellent viola di bardone: mais cet instrument n’est guere connu.“
52) Die Gesamtzahl der in dem Jahrzehnt 1766—75 entstandenen Kompositionen von Haydn für das Baryton beträgt 175, und zwar waren es: 6 Duos für 2 Barytons, 12 Sonaten für Baryton und Violoncell, 12 Divertimenti für 2 Barytons und Baß, 125 Divertimenti für Baryton, Viola und Violoncell, 17 mehrstimmige Cassationen, 3 Konzerte für Baryton mit 2 Violinen und Baß. Dazu kommen noch einige Klavier- Divertimenti mit Begleitung von Violinen und Baryton und eine Kantate auf den Tod des Königs Friedrich des Großen (1786) für Gesang mit Barytonbegleitung. (Vgl. C F. Pohl, „Joseph Haydn“, Berlin 1875, 1. Band S. 256/57.) Der größte Teil dieser Kompositionen wurde bei dem Brande des Schlosses Esterház i. J. 1779 ein Raub der Flammen; doch sind noch die Autographen von 90 Divertimenti (mit Viola und Violoncell) und einem Duo im Archiv der „Gesellschaft der Musikfreunde“ zu Wien vorhanden. Haydn schrieb für ein Instrument mit 6 Griffbrett- und 9 Begleitsaiten in folgender Stimmung:
7Von noch erhaltenen Baryton-Kompositionen anderer Autoren seien genannt: Tomasini, Aloys, 24 Divertimenti per Violino, Bariton e Violoncello (Kopie nach dem Eisenstädter Autograph in der Bibliothek der „Gesellschaft der Musikfreunde“ zu

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