Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 57

Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1912

16 lines. Read by computer on 29 September 2026. Printed page 41. See the scan on archive.org.

1im folgenden Jahre zu seinem Kammervirtuosen ernannte, an dem unscheinbaren Instrument nahm.
3Die von Petzmayer an die Öffentlichkeit gebrachte neuere Zither, deren Form bis heute nur ganz geringfügige Änderungen erfahren hat, besteht aus einem an der oberen Seite gebauchten flachen Schallkörper von etwa 55 cm Länge und 25—30 cm Breite; die Decke ist mit einem runden Schallloch versehen und mit dem Boden durch niedrige Zargen verbunden. Der Bezug umfaßt zwei bis fünf metallene Melodiesaiten und eine mehr oder minder große Anzahl Begleitsaiten, die aus Darm oder Seide, früher aber auch aus Metalldraht verfertigt wurden. Die Melodiesaiten liegen über einem Griffbrett, auf dem die einzelnen Griffe durch ursprünglich meist nur diatonisch, später chromatisch gruppierte metallene „Bünde“ bezeichnet sind; gestimmt sind die Melodiesaiten älterer Zithern in folgender violinmäßiger Quintenanordnung:
5oder besser und häufiger mit doppelchöriger a-Saite:
7bezw.
9Für die Anordnung und Stimmung der Begleitsaiten gab es jahrzehntelang kein feststehendes System,1) und ebenso schwankend und willkürlich war die Anzahl dieser „Freisaiten“. Erst durch Nikolaus Weigel (geb. 1811 zu Hainau bei Landau in der Rheinpfalz, gest. 1878 zu München), einen ausgezeichneten Zithervirtuosen und -lehrer und den eigentlichen „Reformator der Zither“, wurde hierin endgültig Wandel geschaffen; er führte für die Begleitsaiten eine auf logisch-musikalischem Prinzip fußende Quart-Quintenfolge ein, die für die heutige 28saitige „Normalbesaitung“ der Zither folgendes Bild ergibt:
11d. h. die Stimmung der Begleitsaiten durchläuft zweimal den Quintenzirkel im chromatischen Umfang von Fis—f. Außerdem setzte Weigel als Stimmungsnorm für die Melodiesaiten die Töne
13und eine durchweg chromatische Bundeinteilung des Griffbretts fest.
151) „Die Zahl der Besaitungen war Legion“. (Bennert, Illustr. Geschichte der Zither, Seite 33.)

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