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Scan 627
Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1912
16 lines. Read by computer on 29 September 2026. Printed page 611. See the scan on archive.org.
1Desrousseaux, Nicolas. (»Pardessus de viole« No. 790.)
2Ein geschickter französischer Violenmacher, der etwa 1720 geboren ist und in Verdun-sur-Meuse ansässig war. Er war zuerst Steinmetz („tailleur de pierre“) und wandte sich erst 1750 dem Geigenbau zu, anscheinend auf Veranlassung des dortigen ausgezeichneten Violenmachers Joseph Miraucourt, dessen Tochter Jeanne er 1747 geheiratet hatte. Nach C. Pierre (l. c. p. 132) führte er das Ladenschild „au Luth“. — In den Zivilstandsregistern des Stadtarchivs von Verdun ließen sich bisher nur zwei auf seine beiden Töchter Barbe und Jeanne bezügliche Eintragungen aus den Jahren 1748 und 1771 ermitteln.
3Je ein »Pardessus de viole« v. J. 1755 befindet sich in der Kgl. Sammlung zu Berlin (Coll. Snoeck No. 465) und bei R. Savoye zu Paris, der außerdem ein »Pardessus de viole« v. J. 1764 besitzt.
5Diehl, August. (Violinbogen No. 1078.)
6August Diehl, der jüngste Sproß einer während des ganzen 19. Jahrhunderts in Mainz und Darmstadt ansässigen geschätzten Geigenbauerfamilie, ist i. J. 1852 als Sohn von Friedrich D. (geb. 1814, gest. 1888) zu Darmstadt geboren. 1875 eröffnete er in seiner Vaterstadt eine Werkstatt, siedelte aber bereits im nächsten Jahre nach Hamburg über, wo sein Geschäft noch heute besteht (Kaiser-Wilhelm-Str. 8). D. genießt den Ruf eines geschickten Geigenbauers und Reparateurs. (Ueber seinen Patent-Violinbogen vgl. Seite 598 des Katalogs.)
8Dini, Giov. Battista. (Contrabaß No. 942.)
9Ein italienischer Geigenbauer, der zu Anfang des 18. Jahrh. (1707) in Lucignano (Toscana, Provinz und Distrikt Arezzo) ansässig war. Näheres über ihn oder weitere Instrumente von ihm sind bisher nicht bekannt geworden.
11Dörffel, Johann Andreas. (»Viole d’amore« No. 837 u. 839.)
12Die Heimat der weitverbreiteten Familie Dörffel, deren Name auch in den Schreibarten »Dörfel, Dörffler, Dorffler, Dürfel« vorkommt, ist in Böhmen zu suchen; Michael D. soll der Begründer der blühenden Graslitzer Instrumentenindustrie sein (1667). Zahlreiche Träger des Namens D. sind im 18. Jahrhundert in Klingenthal und (Mark-)Neukirchen als Geigenbauer nachweisbar, und noch heute übt ein Adolph Louis D. (geb. 1852) in Markneukirchen das in der Familie traditionelle Handwerk aus. — Johann (Hans) Andreas D. wird bereits i. J. 1717 in den Klingenthaler Zunftakten als Meister erwähnt; er muß demnach etwa 1685 geboren sein. Er scheint ein sehr hohes Alter erreicht zu haben, da er noch 1772 am Leben gewesen sein soll; sein spätestes bisher bekannt gewordenes Instrument trägt die Jahreszahl 1755. Er gehört zu den besten vogtländischen Lauten- und Geigenmachern; hauptsächlich kommen Violen von ihm vor.
13Vgl. v. Lütgendorff, 2. Aufl. S. 174.
14Eine (zur Bratsche umgearbeitete) Viole v. J. 1726 befindet sich im Bachhaus zu Eisenach (No. 32), eine Theorbe v. J. 1736 in der Kgl. Sammlung zu Berlin (No. 716); beide Instrumente tragen die Signierung „Hanns Andreas Dörffler…“, wie sich D. etwa bis 1740 nannte. Der Berliner Sammlung gehört ferner eine »Viole d’amour« v. J. 1743 (Coll. Snoeck No. 501); eine weitere »Viole d’amour« v. J. 1754 besitzt das „Rijksmuseum“ zu Amsterdam aus der Sammlung Boers (vgl. „Zeitschrift der I. M. G.“, 1. Jhg., S. 30).
15In dem Inventar der Coethener Hofkapelle v. J. 1773 ist als No. 19 „eine Viola ass.: [= assigniert] von Hans Andreas Dörfler 1728 helgelb“ angeführt (vgl. Bach-Jahrbuch 1905, S. 38). — Das Brunische Inventar verzeichnet unter No. 10 „un violon ordinaire de Joannes Andiocus [!] Doerffel, année 1792“ [?] aus dem Besitz des 1794 guillotinierten ehemaligen Kriegskommissars Louis-Jean Josset St.-Laurent.
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