Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 634

Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln : Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstumente, verfast von Georg Kinsky, 1912

16 lines. Read by computer on 29 September 2026. Printed page 618. See the scan on archive.org.

1Gofriller, Matthäus. (Tenorgambe No. 817.)
2Der Name G. deutet auf Tiroler Herkunft. Matthäus G. (auch Goffriller und Gafriller geschrieben) stammt wahrscheinlich aus Lajen und dürfte schon früh nach Venedig übergesiedelt sein; er ist hier seit 1690 nachweisbar und war etwa bis zum Jahre 1745 tätig. In seiner ersten Zeit führte er das Ladenschild „All’ insegna di Cremona“ und arbeitete auch mit seinem Bruder Francesco gemeinschaftlich. G. ist ein trefflicher Meister, dessen Instrumente — namentlich Violoncelli — an Carlo Bergonzi erinnern und häufig als Arbeiten von Stradivari und Bergonzi ausgegeben werden.
3Vgl. v. Lütgendorff, 2. Aufl. S. 286.
5Gragnani, Antonio. (Altviole No. 798.)
6Ein Geigenbauer dritten Ranges in Livorno. Seine Arbeitszeit wird durch die Jahre 1741 und 1791 begrenzt; 1800 soll er noch am Leben gewesen sein. v. Lütgendorff (2. Aufl. S. 291) urteilt über ihn: „Kein großer Meister, aber doch der beste aus seiner Familie. Seine Arbeiten zeichnen sich mehr durch ihren weichen, guten Ton als durch schöne Ausführung aus. Sein goldgelber, oft nachgedunkelter Lack ist dagegen recht gut.“ — Der Violenmacher Gennaro G. (Livorno 1730) war vielleicht sein Vater. Antonios Nachfolger war sein Sohn Onorato, der c. 1785 – 1800 arbeitete, ihm jedoch an Bedeutung nachsteht.
7Eine 5saitige Viole von Antonio G. aus dem Jahre 1741 war 1872 im South Kensington-Museum zu London ausgestellt. (Cf. Engels Catalogue p. 342; No. 51.)
9Grohmann, C. A. G., genannt Franck. (Reparateur der Tenorgambe No. 808.)
10Ein unbedeutender Geigenbauer, der gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Bayreuth lebte und bisher nur durch den Reparaturvermerk in obigem Instrument bekannt geworden ist.
12Guersan, Louis. (Diskantviole [»Dessus de viole«] No. 793.)
13Louis Guersan, der bekannteste und geschickteste französische Violenmacher des 18. Jahrhunderts, entstammt einer alten Geigenbauerfamilie. Er wurde um 1710 zu Paris geboren und starb etwa 1780; seine Arbeitszeit wird durch die Jahre 1730 und 1770 begrenzt. Er war (nach Vidal) Schüler von Claude Pierray, einem der besten Meister der alten Pariser Schule, und übernahm nach dessen ca. 1730 erfolgten Tode seine Werkstatt neben der „Comédie française“ in der rue des Fossés St.-Germain-des-Prés, die er Zeit seines Lebens beibehielt1) und später an seinen Schwiegersohn vererbte (s. u.). Anfänglich fertigte G. auch Violinen (nach dem Modell von Nicola Amati), Violoncells und Guitarren, widmete sich aber hauptsächlich dem Bau der in Mode gekommenen »Pardessus de viole« (s. Seite 429) und war mit Aufträgen förmlich überhäuft. Seine Violen sind sehr sorgfältig gearbeitet und fallen durch ihre hübsche, oft sogar reiche Ausstattung auf; freilich lassen sie tonlich viel zu wünschen übrig, woran der von ihm mit Vorliebe benutzte spröde und leicht abspringende Spirituslack ein gut Teil Schuld haben mag. — G. stand zu seinen Lebzeiten in hohem Ansehen, auch in den Kreisen des Hofs und der Aristokratie hatte er zahlreiche Kunden. Für 1748/49 wurde er geschworener Zunftmeister („compté jurable“) und 1769 Aeltester („doyen“) der Korporation der Pariser Instrumentenbauer. Sein Nachfolger wurde sein Schwiegersohn Antoine Saint-Paul, der 1768 Zunftmeister
151) Die Angabe C. Pierres (und auch v. Lütgendorffs), daß er zuerst in der „Rue de la Comédie française“ gewohnt habe und erst später nach der „Rue des Fossés“ verzogen sei, ist ein Irrtum.

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