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Scan 10
Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907
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1Bewertungen der Arbeiten zeitgenössischer Meister wurden vermieden, weil die jetzt lebenden Geigenbauer für ihre Erzeugnisse die Preise selbst bestimmen und Näheres darüber leicht direkt zu erfahren ist*). Darum reichen die in diesem Buche gemachten Angaben nur wenig über die Mitte des vorigen Jahrhunderts hinaus.
3Als Unterlage dienten hauptsächlich die in älteren und neueren zuverlässigen Werken gegebenen Mitteilungen, denn aus eigener Erfahrung kann ich natürlich nur über einen Bruchteil der Unzahl von Instrumenten der verzeichneten weit mehr als tausend Meister berichten, deren Violinen, Violen, Violoncelli usw. wiederum nach der Entstehungszeit unter sich verschiedene Typen aufweisen. Von neueren als Quellen benutzten Werken seien hervorgehoben: Giov. de Piccolellis „Liutai antichi e moderni“, vielfach für die italienischen Meister gebraucht; L. Grillet „Les ancêtres du violon et du violoncelle, les luthiers et les fabricants d’archets“ und Ant. Vidal „La lutherie et les luthiers“, besonders für die französischen Geigenbauer als Unterlage dienend; dann die einschlägigen Arbeiten von Hill („Stradivari“) und Hart („The Violin“), zumeist für die englischen Meister als Quelle verwendet. Bisher war die deutsche Fachliteratur hinter jener der Franzosen, Engländer und Italiener weit zurückgeblieben. Von manchen kleineren, gewiß nicht unverdienstlichen Arbeiten abgesehen, besaßen wir kein Buch, das den Vergleich mit den oben zitierten Werken aufnehmen konnte. Diesem Mangel ist endlich abgeholfen durch ein Werk über die Geigenbauer, das an Gründlichkeit und Vielseitigkeit den Vergleich mit den fremdländischen Arbeiten getrost aufnehmen kann: W. L. v. Lütgendorff „Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart“. Ihm danke ich viele Anhaltspunkte, namentlich für die deutschen Geigenbauer, und empfehle ich es allen denen, die ausführlichere Angaben über einzelne Meister wünschen. Auch sei hier noch die Neubearbeitung der 3. und 4. Auflage von Frdr. Niederheitmann „Cremona. Eine Charakteristik der italienischen Geigenbauer und ihrer Instrumente“ durch Dr. Emil Vogel erwähnt.
5*) „Selbstgebaute“ neue Meisterinstrumente bewegen sich meist in Preislagen von 200 bis 300 Mark für Violinen und Violen, 350—500 Mark für Violoncelli. Die englischen Preise sind etwas höher.
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