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Scan 9
Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907
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1Wohl bin ich mir bewußt, daß dem vorliegenden Versuch, Anhaltspunkte für die Bewertung der Streichinstrumente zu geben, mancherlei Schwierigkeiten entgegenstehen. Schon die Arbeiten der einzelnen Meister weisen unter sich vielfache Verschiedenheiten auf bezüglich der Wahl des Materials, der Sorgfalt der Ausführung und insonderheit der Qualität des Tones. Auch in früherer Zeit waren gar viele Geigenbauer gezwungen, sich der Nachfrage anzubequemen und je nachdem Instrumente für teuren oder billigen Preis zu liefern. Dann die Erhaltung der Instrumente! Beschädigungen aller Art, ungeschickte Reparaturen, wie später vorgenommene Veränderungen der Holzstärken und Überlackierungen setzen den Wert ganz wesentlich herab, und zwar nicht nur für den Sammler, sondern auch für den ausübenden Künstler, denn fast ausnahmslos haben diese Mängel auch Beeinträchtigung der tonlichen Qualitäten der Instrumente zur Folge. So ist es selbstverständlich, daß die Bewertung der Arbeiten eines und desselben Meisters großen Schwankungen unterliegt.
3Da es untunlich ist, auf diese Punkte bei den Wertangaben immer wieder einzugehen, so wurde der einzigmögliche Richtweg festgehalten: die hier gegebenen ungefähren Taxen beziehen sich auf guterhaltene Exemplare. Vorausgesetzt sind: eine zum mindesten leidliche Erhaltung des Lackes, keine wesentliche Beschädigung des Holzes („Ausschachtelung“, schlimme Risse und Sprünge, Wurmfraß usw.), eine den gemachten Angaben entsprechende Tonqualität. Ferner beziehen sich die Preise, wo nichts anderes angegeben, auf Violinen. Violen sind meist niedriger zu bewerten, Violoncelli nicht unwesentlich höher. Um einen nur ungefähren Maßstab zu bieten, sei gesagt, daß sich die Preise der Violinen, Violen und Violoncelli desselben Meisters etwa wie 3 zu 2 und 5 verhalten. Wo wesentliche Abweichungen von dieser Regel bestehen, sind sie angegeben.
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