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Scan 157
Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907
19 lines. Read by computer on 28 September 2026. Printed page 153. See the scan on archive.org.
1laumes verrät gelegentlich beim Öffnen ihre Herkunft*). Zur Ehre Vuillaumes, für dessen Charakter Vidal in seinem trefflichen Werke „La Lutherie et les Luthiers“ eine Lanze einlegt, sei es auch hier gesagt, daß diese Nachahmungen für Vuillaume eine Lebensfrage waren: die mit eigenen Zetteln bezeichneten Arbeiten wurde er nicht los; man verlangte nach bekannteren Namen, und der Mode mußte er folgen, wollte er nicht untergehen. Beweise für die Höherem zustrebende Gesinnung des Meisters sind dessen Eintreten für die seinem Fache geltende Forschung, seine Unterstützung wissenschaftlicher Untersuchungen, zu denen er kostbares Material stellte, und seine Förderung junger Talente, seien diese Fachgenossen oder aufstrebende Musiker. Auch seine eigenen eingehenden Untersuchungen auf dem Gebiete des Geigenbaues sprechen für sein ideales Streben.
3Vorzügliche Imitationen der Meisterinstrumente, besonders Stradivaris und Guarneris del Gesù. Holz erster Wahl und ein Lack, der dem der Italiener am nächsten kommt. Vuillaume, der viele tüchtige Kräfte, die sich später einen geschätzten Namen erworben haben, zur Mitarbeiterschaft heranzog, war außerordentlich produktiv. Mehr als 2500 von ihm mit seinem Namen bezeichnete Instrumente sollen vorhanden sein!
5Jean Baptiste Vuillaume à Paris
63, rue Demours-Ternes + 18.. (Namensunterschrift) B V
8Jean Baptiste Vuillaume à Paris
9Rue Croix des Petits Champs + BV
11J. B. VUILLAUME No…..
12Rue Croix-des-Petits-Champs, à Paris 18.. JBV
14Wert: Die Violinen kosteten neu 300 Fr., die Violoncelli 500 Fr. Jetzt ist ihr Handelswert etwa 1000–1500 M. für Violinen bzw. 2000–3000 M. für Violoncelli. Hin und wieder sollen Instrumente vorkommen, deren Hölzer künstlich altgemacht („gebacken“) und die natürlich minderwertig sind.
16Vuillaume, Nicolas. Mirecourt und Paris, 1800—1871. Bruder des Jean Baptiste V., bei dem er einige Zeit tätig war. Wenige und nicht hervorragende Arbeiten. Wert: etwa 80–120 M.
18*) „Man erzählt, daß sich sogar Paganini von ihm habe täuschen lassen. Er hatte Vuillaume seine Guarneri zur Reparatur gegeben; dieser fertigte eine Kopie davon an und lieferte sie dem Künstler ab, der nichts merkte, bis Vuillaume ihn aufklärte.“ (P. Eudel „Le Truquage“)
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