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Scan 38
Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907
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1wertigere Instrumente berühmten Meistern zuzuschreiben, deren Namen allein gewichtigen Klang haben, obgleich so vieles Brauchbare und Gute auch von weniger bekannten Künstlern geschaffen wurde. Sollen wir einem Zettel glauben, so müssen wir erst dessen Zugehörigkeit zum Instrument und seine Echtheit feststellen, und das letztere ist bei nicht gar zu plumpen Nachahmungen gar nicht so leicht. Druck- und Satzfehler verraten allerdings vielfach die Fälschung. Ein Vergleichen mit alten Originalen oder deren Abbildungen — s. die Werke von de Wit und Vidal — mag oft zum Ziele führen, nur möge man dabei berücksichtigen, daß die alten Geigenbauer sich nicht immer desselben Zettels bedienten; verschiedene Fassungen in Text und Satz waren gebräuchlich. Ferner verrät sich die Fälschung — der Himmel hat ja glücklicherweise so viele Betrüger mit Dummheit gestraft — gar oft durch die Mittel selbst, die zur Vorspiegelung des hohen Alters der Zettel verwendet werden. Da gibt es verbrannte, halbverkohlte Ränder; Säureflecken, die rötlich erscheinen und bei Ammoniakbehandlung verschwinden, tiefschwarze moderne Tintensorten bei der Ausfüllung der Jahreszahlen, während doch die alte Schrift meist vergilbt ist und stets charakteristische gelbliche Umrandung zeigt. Das Papier des Zettels verrät auch oft dessen Neuheit. Doch das Material allein gibt keinen zuverlässigen Anhalt, denn gewitzigte Nachahmer bedienen sich mit Erfolg alter Büttenpapiere für ihre neuen Zettel und wissen auch sonst die Merkmale des Echten nur allzu getreu wiederzugeben. Eines sei noch erwähnt: Falsifikate sind meist auf lithographischem Wege (Autotypie u. dgl.) hergestellt; die alten Zettel sind Typendrucke. Wer ein Auge dafür hat, weiß dies zu unterscheiden, denn die Buchstaben sind beim Buchdruck, wenn auch noch so wenig, vertieft, beim Steindruck oder ähnlichen Verfahren nicht. Nachträglich eingezeichnete Vertiefungen aber entsprechen nie völlig den Rändern der Schriftzeichen.
3Aus alledem wird ersichtlich, wie nötig beim Kauf eines „alten echten italienischen“ Instruments die Vorsicht ist, will man sich vor beabsichtigter oder unbeabsichtigter Schädigung bewahren. Ein reeller Verkauf kann bei wertvollen Objekten sehr wohl ohne Nachteil für den Verkäufer unter folgender Bürgschaft geschehen: Gewähr für Originalität und Erhaltung des Instruments (Angabe der Defekte und Ergänzungen); allenfalls Rücknahme des Instruments ohne Verlust für den
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