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Scan 68
Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907
42 lines. Read by computer on 28 September 2026. Printed page 64. See the scan on archive.org.
1Guadagnini, Lorenzo. Cremona und Piacenza, * c. 1695 in Piacenza, † c. 1760 daselbst. Schüler des Stradivari, zuerst in Cremona, dann in Piacenza — etwa von 1730 ab — tätig. Kühn gezeichnetes, ziemlich flaches Modell, dem des Stradivari verwandt. ff-Löcher manchmal denen des Jos. Guarneri ähnlich, meist aber nach Stradivari. Schnecke kräftig und originell, vorzügliches Klangholz, sorgfältigste Arbeit. Sehr schöner goldroter Lack, zart und schmiegsam, Ton bester Qualität, groß, tragend, doch weich. Konzertinstrumente.
3Laurentius Guadagnini Pater
4alumnus Antonij Stradivarij
5fecit Placentiae anno 17..
6(mit Verzierung)
8Wert: (steigend) sehr verschieden. Instrumente für einige tausend M. kommen öfters im Handel vor, doch erreichen schöne Exemplare ganz wesentlich höhere Preise — bis 10 000 M. und mehr.
10Guadagnini, Giambattista (I). Mailand und Parma. * in Piacenza 1685, † c. 1770. Bruder des Lorenzo, den er in seiner Arbeit nicht erreichte. In Mailand war er bis etwa 1750 tätig, dann in Parma. Modell ähnlich demjenigen Stradivaris*), doch etwas höher und mit Anklängen an die Amatischule. ff-Löcher länglich und weniger offen, als bei J. B. Guadagnini II, stark aufgetragener rötlicher oder gold-orange Lack. Guter Ton.
12Joannes Baptista Guadagnini Placentinus fecit Mediolani 17..
14Rechts schwarzer Globus mit † G B G P
16Joannes Baptista Guadagnini Cremonensis fecit Parmae † G B G P
18Wert: verhältnismäßig hoch, einige tausend M. mindestens, da die Instrumente der älteren Träger des Namens G. sehr gesucht sind.
20Guadagnini, Giovanni Antonio. Turin, bis Mitte des XVIII. Jahrh. Soll ebenfalls ein Bruder des Lorenzo und Schüler des Stradivari gewesen sein. Wert: siehe Giambattista (I).
22Guadagnini, Giambattista (II). Piacenza und Turin, * 1711 in Cremona, † 1786 in Turin. Sohn des Lorenzo und zeitweilig Schüler des Stradivari, folgte dem Vater nach Piacenza und ließ sich nach dessen Tod in Turin nieder. Vorzüglichste Arbeit im Stil des Stradivari, ziemlich flache Wölbung, trefflich gewähltes schönstes Klangholz (bei den ff-Löchern die unteren Punkte etwas traubenförmig), Lack verschiedener
24*) Maße einer Violine von J. B. Guadagnini I:
26<table>
27 <tr>
28 <th>Länge</th>
29 <th>Breite oben</th>
30 <th>Breite unten</th>
31 <th>Oberzarge</th>
32 <th>Unterzarge</th>
33 </tr>
34 <tr>
35 <td>mm 355</td>
36 <td>168</td>
37 <td>204</td>
38 <td>31</td>
39 <td>31 1/2</td>
40 </tr>
41</table>
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