Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 86

Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907

20 lines. Read by computer on 25 September 2026. Printed page 82. See the scan on archive.org.

1Sorsana (Sursano), Spirito. Cuneo, Ende des XVII. und erste Hälfte des XVIII. Jahrh. Amati- bzw. Cappaschule.
3Spiritus Sorsana
4fecit Cunei 17.. (mit Vignette)
6Spirto, Sursano. Wohl mit dem vorigen identisch.
8Storioni, Lorenzo. Cremona, * 1751, † 1799. Einer der letzten Ausklänge der großen Zeit der Cremoneser Schule. Storioni baute hauptsächlich Geigen, und diese meist im Stil des Guarneri del Gesù. Großes Patron, geringe Wölbung. Die Stelle der ff-Löcher wechselt bei den einzelnen Instrumenten. Holz oft unschön, doch von guten klanglichen Eigenschaften, Lack braun bis dunkelrot, dem der Neapolitaner ähnlich. Viele Arbeiten Storionis — die besten stammen aus der Zeit 1775—1795 — tragen Zettel Guarneris u. a. Guter ausgiebiger und heller Ton, Konzertinstrumente.
10Laurentius Storioni Fecit
11Cremonæ 17..
13Wert: (steigend) etwa 2000—5000 M., auch höher.
15Stradivari, Antonio. Cremona, * c. 1644, † 1737 daselbst. Der größte Meister aller Zeiten, dessen Ruhm als Geigenbauer nur von Guarneri del Gesù annähernd erreicht wird, der aber hinsichtlich der Produktivität und Vielseitigkeit der Kunst mit Stradivari sich nicht messen kann. Antonio Stradivari war Schüler des Nicola Amati. Von 1666 ab beginnt er seine Arbeiten mit eigenen Zetteln zu bezeichnen, im ersten Jahre noch mit der Hinzufügung „alumnus Nicolai Amati“. Was er damals schuf, steht trotz einzelner eigenartiger Züge noch völlig im Banne der Amati-Schule. Reichlich dreißig Jahre arbeitet und verbessert er nun mit rastlosem Eifer, dann endlich findet er das so unermüdlich gesuchte Schönheitsideal. Jetzt steht für ihn das Modell fest, er experimentiert nicht mehr, und etwa drei Jahrzehnte hindurch schafft er Meisterwerk auf Meisterwerk, bis endlich das hohe Greisenalter der Sicherheit seiner Hand Abbruch tut. Auf jedem Gebiete des Streichinstrumentenbaus hat Stradivari das Höchste geleistet. Nicht nur Violinen, Violen und Bässe gibt es von ihm, auch Taschengeigen (Pochettes) und Gamben hat er gefertigt — überall die gleiche Vollendung!
17Man teilt die Arbeiten des Meisters nach drei resp. vier Perioden ein:
181666 bis ca. 1675. Amati-Modell (Amatisé).
19ca. 1675 bis ca. 1695. Allmählich zurücktretender Einfluß der Amati-Schule (spez. von 1690 ab), größeres Patron, gestrecktere, daher verlängert erscheinende Form (Allongé, Longuet, long pattern) — die Zeit der Versuche.

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