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Scan 88
Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907
15 lines. Read by computer on 24 September 2026. Printed page 84. See the scan on archive.org.
1tümlichkeit der Instrumente Stradivaris sei die feine schwarze Linie erwähnt, mit welcher die hervortretenden Teile der Schnecke und die Ecken der Zargen umzogen sind. Meist ist zwar die schwarze Farbe, da sie der Berührung am stärksten ausgesetzt war, bis auf einzelne Spuren verschwunden, doch bleibt sie bei genauer Untersuchung fast stets wahrnehmbar; im Lack besonders gut erhaltene Arbeiten weisen sie deutlich auf. Die (innere) Bereiflung und die Klötze sind aus Weidenholz gefertigt. — Ton alle Vorzüge besitzend, edel und süß zugleich, groß und tragend, zumal bei den Werken aus der Zeit von 1700 ab, die Konzertinstrumente allerersten Ranges sind.
3Die Zahl der Instrumente, die Stradivari in der langen Frist seines arbeitreichen Lebens gefertigt hat, muß eine sehr hohe gewesen sein. Man hat sie auf reichlich 1000, ja sogar auf 3000 geschätzt, doch dürften nur etwa 600 Violinen — Violen und Violoncelli sind ungleich seltener — erhalten sein. Letztere haben nie kleines Patron.
5Antonius Stradiuarius Cremonensis Alumnus †
6Nicolaij Amati, Faciebat Anno 1666 AS
7Antonius Stradiuarius Cremonensis †
8Faciebat Anno 16.. (auch 17..) AS
10bei den letzten Arbeiten: Sotto la Disciplina d' Antonio Stradiuari F. in Cremona…..
12Wert: Stradivari verkaufte seine Geigen nicht unter vier Louisdor — ein hoher Preis, berücksichtigt man den damaligen Wert des Geldes. Noch vor dreißig Jahren kosteten sie etwa 5000—6000 M., jetzt sind sie, wenn der dritten Periode entstammend und einigermaßen gut erhalten, nicht unter 15 000 M. zu haben: nur die Instrumente aus der allerletzten Zeit stehen etwas niedriger im Werte. „Amatisés“ und „Longuets“ (zweite Periode) erreichen schon Preise von 10 000—15 000 M. Violoncelli werden viel höher bewertet. Die berühmte Alardsche Geige „Le Messie“ wurde an die Londoner Händler Hill & Sons für 40 000 M. verkauft, die auch das früher Batta gehörige Violoncell für 64 000 M. erwarben. Das Violoncell des Virtuosen Piatti erreichte 48 000 M., das jetzt Mendelssohnsche soll 72 000 M. gekostet haben*).
14*) Das Prachtwerk „Antonio Stradivari, his life and work“, William E. Hill & Sons, London 1902, enthält eine Fülle interessanter Daten, u. a. eine lange Reihe von Verkaufspreisen, die Arbeiten Stradivaris zu verschiedenen Zeiten erreichten. Einiges sei hier wiedergegeben: Die berühmte „Tuscan“-Violine kostete 1794 nur 800 M., 1875: 5000 M., 1888: 20 000 M. Eine Violine (aus dem Jahre 1690) wurde 1805 mit 850 M., 1831 mit c. 2000 M. bezahlt. Eine Violine (a. d. J. 1694) erzielte 1809: 2000 M., 1820: 2400 M., 1882: 6000 M., 1888: 10 000 M. Eine Violine (a. d. J. 1720) 1848: 2500 M., 1893: 12 500 M. Die berühmte „Betts“-Violine (a. d. J. 1704) kaufte einst Arthur Betts für nur 21 M.; 1852 kostete sie 10 000 M., 1859: ca. 4000 M., 1861: 5600 M., 1873: 12 000 M., 1878: 16 000 M., 1886: 24 000 M. Die be-
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