Books › Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907 › scan 99
Scan 99
Taxe der Streich-Instrumente ; Anleitung zur Einschätzung von Geigen, Violen, Violoncelli,…, 1907
8 lines. Read by computer on 28 September 2026. Printed page 95. See the scan on archive.org.
1halm, M. Fr. Scheinlein, Rieß. Gute Nachahmungen nach verschiedenen italienischen Meistern fertigten u. a. C. L. Bachmann, Jauch, Chr. Fr. Hunger, S. Fritsche, Fr. Schonger, Hassert. — Noch sei bemerkt, daß in den Zetteln der deutschen Meister die Schreibweise sehr oft eine verschiedene ist; nach Gefallen werden die Namen verändert. Im Register sind der Kürze wegen nur die gebräuchlichsten Formen angegeben; Nachschlagen im Text ist daher in zweifelhaften Fällen geboten.
3Lediglich aus praktischen Gründen sind die böhmischen Meister in die Liste der deutschen (und österreichischen) aufgenommen, obgleich der Geigenbau in Böhmen frühe schon eigene Wege ging. Noch ehe im Reiche das Aufgeben des Stainertyps allgemeiner wurde, bauten die Prager Meister vielfach nach italienischen Vorbildern flachere Instrumente bzw. konstruierten sich nach jenen mit der Zeit ein eigenes Modell. So kommt es, daß viele ihrer Arbeiten sich heute einer verhältnismäßig hohen Bewertung erfreuen. — Als erste Namen mögen hier Raum finden: Ulrich Eberle, C. Helmer, Hulinzky, Strnad, Stoß, Weber.
5Was die heutigen Preise älterer deutscher Instrumente betrifft, so kann im allgemeinen folgendes als Anhalt dienen: geringe Arbeiten werden nicht höher als mit 50—100 Mk. bezahlt. Meist bewegen sich die Instrumente in Preislagen von 100—250 Mk. Höhere Preise erreichen u. a. manche Klotzsche Geigen, Arbeiten von Widhalm, Bachmann und anderen der zuvor genannten Meister. Preise über 1000 Mk. sind jedoch selten. Echte Stainersche Instrumente machen eine Ausnahme: sie sind Sammelobjekte ersten Ranges und werden entsprechend bewertet.
7Auffallend ist, daß selbst in Deutschland verhältnismäßig wenig alte deutsche Instrumente im Handel sind. Was angeboten wird, ist meist „italienisch“, obgleich Italien die ganze Welt zu versorgen hatte, und Deutschland, wie aus dem Verzeichnis hervorgeht, doch auch eine stattliche Reihe geschickter und tätiger Geigenbauer aufweist. Der Schluß liegt nur allzu nahe: Gar viele der besseren alten deutschen Instrumente, sobald sie nur einige Ähnlichkeit mit italienischen Arbeiten haben, oder sich durch Überlackierung und andere Veränderungen zurechtstutzen lassen, werden für italienische ausgegeben. Die Käufer billiger „italienischer Meisterinstrumente“ mögen sich das gesagt sein lassen.
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.