Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 232

The violin and its music, 1881

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1liche Komposition kopieren, setzte die Violin- und Violoncellstimmen hinzu und änderte in der Klavierpartie, was zu ändern war. Die ursprüngliche Sonate läßt sich im ganzen leicht wieder herstellen, nur an wenigen Stellen hat die Redaktion tiefer eingegriffen, daher zeigen die einzelnen Instrumente mit Ausnahme der Variationen weniger Selbständigkeit. Gegenüber der Emancipation der Violinstimme in den Violinsonaten bleibt das Violoncell in den Trios überhaupt zurück. Es ist überwiegend als Bassinstrument behandelt, nur ausnahmsweise führt es die Melodie in der Tenorlage oder zeichnet sich in selbständiger Stimmführung aus, vollends an der Bravour betheiligt es sich sehr selten; daher treten die eigenthümlichsten Wirkungen, welche den so kombinirten Instrumenten abzugewinnen sind, nur in einzelnen Fällen hervor. Ein bemerkenswerthes Beispiel der Art ist im letzten Satz des ersten Trios in G dur die Stelle in G moll, wo die Violine melancholisch den Takt viermal wiederholt und dann bis zum g herabschleicht, während das Violoncell in Viertelnoten einen ausdrucksvollen Bassgang ausführt, wozu das Klavier über beiden Instrumenten zweistimmig in Achteln sich bewegt: eine Wirkung des Klangs und Motivs, welche in neuester Zeit als etwas Eigenthümliches vielfach in Anspruch genommen ist. Ein Haupthindernis für die volle Entwickelung des Trios, in welcher Beethoven seine schöpferische Kraft bewährt hat, ist wohl darin zu suchen, daß es damals in den Kreisen, für welche diese Musikstücke bestimmt waren, an tüchtigen Violoncellisten fehlte.
3Bedeutender und eigenthümlicher ist das am 5. Aug. 1786 für Franziska von Jacquin (I S. 809 f.) komponirte Trio in Es dur für Klavier, Klarinette und Bratsche (498 R., S. XVII. 7). Schon die ungewöhnliche Zusammenstellung dieser Instrumente erforderte eine eigenthümliche Behandlung. Die Bratsche ist kein Bassinstrument und mußte durchgehends für die Mittelstimme verwendet werden, diese Partie ist daher von der gewöhnlichen Violoncellstimme wesentlich verschieden; dadurch wurde nun aber überhaupt eine verschiedene Anlage und Ausführung bedingt, als deren Wirkung die so eigenthümlich helle Färbung und durchsichtige Klarheit hervortritt. Übrigens ist die Bratsche mit sichtbarer Vorliebe behandelt, sowohl begleitend als melodieführend,

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