Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 275

The violin and its music, 1881

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1Und doch dienen alle Klangmittel nur der harmonischen und kontrapunktischen Kunst, welche ein nicht nachlassendes reges Leben hervorzurufen weisst. Besondere Auszeichnung verdienen die Variationen. Der Reiz des volksliedartigen Themas wird gehoben durch die verschiedene Behandlung jedes Theils bei der Wiederholung, welche auch den Variationen eine eigenthümliche Abwechslung und Fülle giebt. Jede derselben ist mit sauberer Detailkunst ausgeführt und bietet ein ganz individuelles Charakterbild; von besonderer Art namentlich die letzte, in welcher die Bratsche zu einer sehr lebhaften Figur das Thema, auf seine einfachsten Hauptnoten wie auf einen Grundriß zurückgeführt, als einen ernsten Cantus firmus durchführt. In dem Ganzen herrscht eine Frische und Schönheit der Erfindung, welche durch alle Schwierigkeiten nur gehoben und belebt erscheint. Man kann sich nichts anmuthig Reizenderes denken als das erste Trio des zweiten Menuetts; wie eine hell aus dem Grün hervorschimmernde Blume bezaubert es durch Zartheit und Reinheit.
3Von der Erweiterung der Mittel, welche das Quintett darbot, hat Haydn zufällig keinen Gebrauch gemacht, während andere, wie Boccherini, auch diese Gattung kultivirten. Es scheinen ebenfalls äußere Veranlassungen gewesen zu sein, welche Mozarts vier große Saitenquintette hervorgerufen haben, mit welchen er eigentlich die in den ersten Quartetten eingeschlagene Bahn verfolgt. Zwei derselben wurden rasch hinter einander im Frühjahr 1787 nach der Rückkehr von Prag geschrieben27, das in C dur (515 K., S. XIII. 4) am 19. April, das in G moll (516 K., S. XIII. 5) am 16. Mai; die beiden letzten im Dezember 1790 (D dur 593 K., S. XIII. 7) und April 1791 (Es dur 614 K., S. XIII. 8), „auf eine sehr thätige Aneiferung eines Musikfreundes", wie es in der Anzeige des Verlegers heißt28.
5Mozart hat stets die Bratschen verdoppelt29 und nicht, wie
727 Am 1. April 1787 kündigte Mozart (Wien. Ztg. 1788 S. 835) drei neue Quintette — also das arrangirte in Cmoll mit diesen — in Abschrift für 4 Dukaten an. [Datum nach Köchel, Handschr. Zus. zu 406. Die Ankündigung erfolgte also noch vor der gänzlichen Vollendung.]
828 Wien. Ztg. 18. Mai 1793 S. 1462. [Die Ausgabe von Artaria setzt hinzu composto per un Amatore ongarese, vgl. Köchel.]
929 Ebenso auch in den unvollendeten Skizzen einer Reihe von Quintett-Sätzen (79—84 Anh. K.), von denen ein längeres Bruchstück (Anh. 81) in der Notenbeilage IV, 3 mitgetheilt ist. [Das Bruchstück K. Anh. 80 ist in die neue Ausgabe S. XXIV. 55 aufgenommen.]

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