Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 440

The violin and its music, 1881

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1Dittersdorf sogleich eine zweite Oper auf. Betrug durch Abeglaube, welche am 3. Oktober 1786 aufgeführt und nicht minder günstig aufgenommen wurde; alsbald kam eine dritte, Die Liebe im Narrenhause, am 12. April 1787 auf die Bühne und fand einen ähnlichen Beifall. Dagegen fiel eine italiänische Oper Dittersdorfs, Democrito corretto, zuerst am 2. Jan. 1787 aufgeführt, vollständig durch. Daß Dittersdorf gegenüber Komponisten wie Umlauf, Hanke, Ruprecht einen glänzenden Sieg davon trug, war nicht zu verwundern; rasch verbreiteten sich seine Opern von Wien aus über alle deutsche Bühnen, und Dittersdorf erlangte sehr bald eine große Popularität vor den meisten Komponisten. Unleugbar beruhte diese auf wirklichen Verdiensten. Mit Geschick wußte er die Vortheile der italiänischen opera buffa wie der französischen komischen Oper, namentlich lebendige und ausgedehnte Finales und bedeutende Ensemblesätze zur Geltung zu bringen; er war nicht allein wohlerfahren in der Behandlung der Singstimmen, sondern hatte als fruchtbarer Instrumentalkomponist nach Haydns Vorgang und Muster gelernt, das Orchester selbständig und wirksam zu verwenden. Eine leichte Erfindung führte ihm stets angenehme und fließende Melodien zu, ein wahrhaft komisches Talent äußerte sich in drastischen Einfällen, und seine Musik hatte einen Charakter von Behagen und Gemüthlichkeit, den man, auch da wo er bis zum Philisterhaften herabsinkt, als echt deutsch bezeichnen darf. Wie er hinter Gretry an Geist und Feinheit weit zurücksteht, ist er ihm an musikalischer Tüchtigkeit entschieden überlegen. Originalität und Lebendigkeit ist ihm nicht abzusprechen, aber Tiefe der Empfindung, Adel der Formgebung darf man bei ihm nicht suchen. Jede neue Oper, in der sich im wesentlichen das wiederholte, was ihm zuerst gelungen war, lieferte den Beweis für sein bestimmt begrenztes Talent; wie denn seine Bedeutung auch von Zeitgenossen bereits richtig gewürdigt worden ist.
3Joseph II. theilte die Vorliebe des Publikums für die leichtere Musik Dittersdorfs und belohnte ihn reichlich, als er im Frühjahr 1787 Wien verließ. Indessen konnte dennoch die deutsche Oper ihm kein rechtes Interesse mehr abgewinnen; schon im Herbst
56 Gerber, A. M. Z. I S. 307 f., ebenb. III S. 377 f. Vgl. Biedenfeld, Die komische Oper S. 60 f.
67 Berl. mus. Wochenbl. 1791 S. 37. 54. 163.

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