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Scan 645
The violin and its music, 1881
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1doch blieben seine Wünsche unerfüllt. Einen positiven Beweis der Geringschätzung von Seiten des Hofes erhielt er bei der Anwesenheit des Königs Ferdinand von Neapel, der mit der Königin Caroline nach Wien gekommen war (14. Sept.), um der Vermählung seiner Töchter Maria Theresia und Louise mit den Erzherzögen Franz und Ferdinand (19. Sept. 1790) beizuwohnen. Er hatte außer für die Jagd8 nur für Musik ein lebhaftes Interesse; das Instrument, welches er selbst kultivirte, war die Leier. Ihm zu Ehren wurde eine neue Oper von Weigl La caffetiera bizzarra (15. Sept.) aufgeführt9; der Kaiser erschien mit ihm zum erstenmal in der Oper, als Salieri's Ayur gegeben wurde (20. Sept.); zur Feier der Vermählung war während der offnen Tafel im großen Redoutensaal auf der Galerie ein Konzert unter Salieri's Direktion, in welchem die Cavalieri und Calvesi, sowie die Gebrüder Stadler sich hören liessen, auch wurde eine Symphonie von Haydn aufgeführt, welche der König auswendig wusste und laut mitsang; Haydn wurde ihm vorgestellt, von ihm nach Neapel eingeladen und mit Aufträgen beehrt10 — Mozart blieb unberücksichtigt und erhielt nicht einmal eine Aufforderung, vor dem König von Neapel zu spielen, was ihn tief verletzte (Brief vom 2. Nov. 1790).
3Seine Lage war sehr traurig, die Kränklichkeit seiner Frau dauerte fort, und während seine Ausgaben grösser wurden, nahmen seine Erwerbsmittel ab; im Mai hatte er nur zwei Schüler und musste seine Freunde bitten, ihm behülflich zu sein, daß er es auf
5Geheimnis bleibt; denn man urtheilt bei Hofe nicht nach den Umständen, sondern leider bloss nach dem Schein. — —" Daher musste Buchberg wieder helfen. In dem erstgenannten Briefe druckt Nottebohm statt die andern „die andere"; er hatte aber eine Abschrift vor sich, Jahn und Nohl das Original. Gemeint sind, wie der Zusammenhang ergiebt, Bittschriften anderer Leute, nicht etwa eine andere frühere Mozarts. Als Mozart kurz vorher einen Brief an Buchberg schrieb (Notteb. S. 62), nach welchem er seine neuen Quartette noch nicht vollendet hatte und worin er ebenfalls um Unterstützung bat, war eine Bittschrift noch nicht eingegeben; er würde dies Buchberg nicht verschwiegen haben. Vgl. auch den Brief vom 8. April 1790 (Not. S. 54).]
78 Eine förmlich publicirte Tabelle wies nach, daß der König während seines Aufenthalts in den k. k. Staaten vom 3. Sept. 1790 bis 18. März 1791 sieben und dreißigmal auf der Jagd gewesen war und 4110 Stück Wild selbst erlegt hatte (Wien. Ztg. 1791 Nr. 29).
99 Wien. Ztg. 1790 Nr. 75 Anh.
1110 Mus. Corresp. 1790 S. 145 f. Griesinger, Biogr. Not. S. 36. [Pohl, Haydn II S. 245 f.]
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