Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 597

The violin and its music, 1881

10 lines. Read by computer on 3 September 2026. No printed page number was found. See the scan on archive.org.

1schuldigerweise sammt meiner armen kranken Frau und Kind verloren. — Schon leztens als ich bei Ihnen war wollte ich mein Herz ausleeren — allein ich hatte das Herz nicht! — und hätte es noch nicht — — — wenn ich nicht wüßte, daß Sie mich kennen, meine Umstände wissen und von meiner Unschuld, meine unglückseelige, höchsttraurige Laage betreffend, gänzlich überzeugt sind. O Gott! anstatt Danksgagungen komme ich mit neuen Bitten! — — Wenn Sie mein Herz ganz kennen, so müssen Sie meinen Schmerz hierüber ganz fühlen.
3Die folgenden Tage brachten ihm bessere Hoffnung auf die Genesung seiner Frau;
5nun fange ich an wieder zur Arbeit aufgelegt zu seyn — aber ich sehe mich wieder auf einer andern Seite unglücklich — freylich nur für den Augenblick! — Liebster, bester Freund und Bruder — Sie kennen meine dermaligen Umstände, Sie wissen aber auch meine Aussichten; bey diesem, was wir gesprochen, bleibt es; so oder so, Sie verstehen mich; — unterdessen schreibe ich 6 leichte Klavier-Sonaten für die Prinzessin Friederika und 6 Quartetten für den König, welches ich alles bey Kozeluch auf meine Unkosten stehcen lasse; nebstbei tragen mir die 2 Dedicationen auch etwas ein; in ein paar Monathen muß mein Schicksal in der geringsten Sache auch entschieden sein, folglich können Sie, bester Freund, bey mir nichts riskiren; nun kommt es blos auf Sie an, einziger Freund, ob Sie mir noch 500 fl. leihen wollen oder können?
7Obwohl Mozart terminweise Rückzahlungen anbot, scheint doch eine so umfangreiche Unterstützung nicht möglich gewesen zu sein; der Freund ließ ihn einige Tage ohne Antwort, was Mozart in neue Bestürzung versezte.
9Da ich Ihnen, mein Bester, alles was ich nur auf dem Herzen hatte in meinem letzten Brief mit aller Aufrichtigkeit hinschrieb, so würden mir für heute nichts als Wiederholungen übrig bleiben; nur muß ich noch hinzufügen, daß ich keiner so ansehnlichen Summe benöthiget sein würde, wenn mir nicht entsetzliche Kosten wegen der Cur meiner Frau bevorstünden, besonders wenn sie nach Baden muß; 2tens da ich in kurzer Zeit versichert bin in bessere Umstände zu kommen, so ist mir die zurückzuzahlende Summe sehr gleichgültig, für die gegenwärtige Zeit aber lieber und sicherer wenn sie gross ist; 3tens muß ich Sie beschwören, daß wenn es Ihnen ganz unmöglich wäre mir diesmal mit dieser Summe zu helfen, Sie die Freundschaft und Bruderliebe für mich haben möchten, mich nur in diesem Augenblicke mit was Sie nur immer entbehren können zu unterstützen, denn ich stehe wirklich darauf an; zweifeln können Sie an meiner Rechtschaffenheit gewiß nicht, dazu kennen Sie mich zu gut; — Misstrauen in meine Worte, Aufführung und Lebenswandel können Sie auch nicht setzen, weil Sie meine Lebensart und

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.