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Scan 586
The violin and its music, 1881
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1ihn hörte Staunen erweckte", wollte man sicher wissen, daß er von da nach Wien zu gehen beabsichtige, "um dem Wiener musikalischen Publikum in einem Wettstreit mit dem großen Mozart zu zeigen, daß letzterer, so stark er auf dem Fortepiano ist, doch nicht Klavier spielen könne"15. Mozart erschien er als kein sehr gefährlicher Gegner. Am 15. April speiste er beim russischen Gesandten;
3Nach Tisch wurde ausgemacht auf eine Orgel zu gehen; um 4 Uhr fuhren wir hin; Naumann war auch da. — Nun mußt du wissen daß hier ein gewisser Häßler (Organist von Erfurt) ist; dieser war auch da; — er ist ein Schüler von einem Schüler von Bach; — seine Force ist die Orgel und das Clavier. Nun glauben die Leute hier, weil ich von Wien komme, daß ich diesen Geschmack und diese Art zu spielen gar nicht kenne. — Ich setzte mich also zur Orgel und spielte. — Der Fürst Lichnowsky (weil er Häßler gut kennt) berebet ihn mit vieller Mühe auch zu spielen, — die Force von diesem Häßler besteht auf der Orgel in den Füßen, welches, weil hier die Pedale stufenweise gehen, eben keine so große Kunst ist; übrigens hat er nur Harmonie und Modulationen vom alten Sebastian Bach auswendig gelernt, und ist nicht im Stande eine Fuge ordentlich auszuführen, und hat kein solides Spiel — ist folglich noch lange kein Albrechtsberger. — Nach diesem wurde beschlossen noch einmal zum Russischen Gesandten zu gehen, damit mich Häßler auf dem Fortepiano hört. — Häßler spielte auch. — Auf dem Fortepiano finde ich nun die Aurnhammer ebenso stark, Du kannst Dir nun vorstellen daß seine Schale ziemlich fank.
5Auch die Oper besuchte er und fand sie "wahrhaft elend"; doch freute er sich, die Manservisi dort wieder zu finden, welche er ehemals in München kennen gelernt hatte (I S. 166, 238.) Am 18. April verließ er Dresden.
7Sein Aufenthalt in Leipzig ließ dort, wo schon damals ein regeres musikalisches Leben herrschte, ungleich lebhaftere Eindrücke zurück. Fr. Rochlit, der als ein junger Mann bei dem Kantor Doleß16, mit welchem Mozart hauptsächlich verkehrte, ihm näher treten konnte, hat uns eine Reihe interessanter Züge aufbewahrt, welche ihn als Mensch und Künstler näher charakterisiren. So liebenswürdig er sich unter Freunden gehen ließ, so offen er seine Urtheile über Kunst und Künstler aussprach,
915 Mus. Real-Ztg. 1788 S. 56.
1016 Doleß widmete seine Kantate Ich komme vor dein Angesicht (1790) "zween seiner würdigsten Gönnern und Freunde, Hrn. Mozart und Hrn. Naumann, aus vorzüglicher Hochachtung".
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