Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 133

Versuch einer gründlichen Violinschule : entworfen und mit 4. Kupfertafeln sammt einer Tabelle, 1900

12 lines. Read by computer on 3 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 105. See the scan on archive.org.

1Das fünfte Hauptstück.
3§. 2.
4Es läßt sich aber noch ein sehr nützlicher Versuch machen. Man bemühe sich nämlich einen ganz gleichen Ton in einem langsamen Bogenstriche hervor zu bringen. Man ziehe den Bogen von einem Ende zu dem andern mit einer vollkommenen gleichen Stärke. Man halte aber den Bogen rechtschaffen zurück: denn je länger und gleicher der Strich kann gemacht werden; je mehr wird man Herr seines Bogens, welches zu vernünftiger Abspielung eines langsamen Stückes höchst nothwendig ist. one of two readings
5Es läßt sich aber noch ein sehr nützlicher Versuch machen. Man bemühe sich nämlich einen ganz gleichen Ton in einem langsamen Bogenstriche hervor zu bringen. Man ziehe den Bogen von einem Ende zu dem andern mit einer vollkommenen gleichen Stärke. Man halte aber den Bogen rechtschaffen zurück: denn je länger und gleicher der Strich kann gemacht werden; je mehr wird man Herr seines Bogens, welches zu vernünftiger Abspielung eines langsamens Stücks höchst nothwendig ist. one of two readings
7§. 10.
8Durch die fleißige Uebung dieser Abtheilungen des Striches wird man geschickt den Bogen zu mässigen: durch die Mässigung aber erhält man die Reinigkeit des Tones. Die auf der Violin gespannten Senteen werden durch den Geigebogen in die Bewegung gebracht; diese bewegten Senteen zerteilten die Luft, und dadurch entsteht der Klang und Ton, den die Senteen bei deren Berührung von sich geben. Wenn nun eine Sente öfter nach einander gestrichen, folglich jedesmal aus der vorigen Erzitterung in eine neue, oder gleiche, oder langsamere, oder auch noch geschwindere Bewegung gesetzt wird; nachdem nämlich die auf einander folgenden Striche sind: so muß nothwendig ieder Strich mit einer gewissen Mässigung gelind angegriffen, und mit solcher Art genommen werden, daß auch der stärkste Strich die bereits schon in die Erzitterung gebrachte Sente ganz unvermerkt aus der wirklichen in eine andere Bewegung bringe. Dies will ich durch jene Schwäche verstanden haben, von welcher §. 3. schon etwas ist erinneret worden.
10§. 11.
11Wenn man rein spielen will, kommt auch vieles darauf an, daß man auf die Stimmung der Violin sieht. Ist sie tief gestimmt; so muß man den Bogen von dem Sattel etwas entfernen: ist sie aber hoch gestimmt; so kann man sich dem Sattel mehr nähern. Hauptsächlich aber muß man sich bei der (D) und (G) Sente allezeit mehr vom Sattel entfernen, als auf der (A) und (E) Sente. Die Ursach hiervon ist ganz natürlich. Die dicken Senteen sind am Ende, wo sie ausfliegen, nicht so leicht zu bewegen: und will man es mit Gewalt thun; so geben sie einen rauhen Ton von sich. Doch verstehe ich keine Mozarts Violinschule.

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