Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 134

Versuch einer gründlichen Violinschule : entworfen und mit 4. Kupfertafeln sammt einer Tabelle, 1900

11 lines. Read by computer on 3 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 106. See the scan on archive.org.

1weite Entfernung. Der Unterschied beträgt nur etwas weniges: und da eben nicht alle Violinen gleich sind; so muß man auf ieder den Ort sorgfältigst zu suchen wissen, wo die Seyten mit Reinigkeit in einen gelinden oder gähn Schwung zu bringen sind: wie es nämlich das Singbare des abzuspielenden Stückes erfordert. Uebrigens darf man die dicken und tiefen Seyten allezeit stärker angreifen, ohne das Gehör zu beleidigen; denn sie zerteilen und bewegen die Luft langsam und schwach, folglich klingen sie nicht so scharf in den Ohren: die seinen und stark angespannten Seyten hingegen sind von einer geschwinden Bewegung, und durchschneiden die Luft stark und geschwind; man muß sie also mehr mäßigigen, weil sie scharfer in das Gehör fallen. one of two readings
2weite Entfernung. Der Unterschied beträgt nur etwas weniges: und da eben nicht alle Violinen gleich sind; so muß man auf ieder den Ort sorgfältigst zu suchen wissen, wo die Seyten mit Reinigkeit in einen gelinden oder gähn Schwung zu bringen sind: wie es nämlich das Singbare des abzuspielenden Stücks erfordert. Uebrigens darf man die dicken und tiefen Seyten allezeit stärker angreifen, ohne das Gehör zu beleidigen; denn sie zerteilen und bewegen die Luft langsam und schwach, folglich klingen sie nicht so scharf in den Ohren: die seinen und stark angespannten Seyten hingegen sind von einer geschwinden Bewegung, und durchschneiden die Luft stark und geschwind; man muß sie also mehr mäßigigen, weil sie scharfer in das Gehör fallen. one of two readings
4§. 12.
6Durch diese und vergleichene nützliche Beobachtungen, muß man die Gleichheit des Tones zu erhalten sich alle Mühe geben; welche Gleichheit aber auch bei Abwechselung des Starken (forte) mit dem Schwachen (piano) allezeit muß benbehaken werden. Denn das piano bestehet nicht darinnen, daß man den Bogen geschwind von der Violin weg lasse, und nur ganz gelind über die Seyten hinglitsche; dadurch ein ganz anderer und pfeifender Ton entsteht: sondern die Schwäche muß die nämliche Klangart haben, welche die Stärke hatte; nur daß sie nicht so laut in die Ohren fällt. Man muß also den Bogen von der Stärke so in die Schwäche führen, daß allezeit ein guter, gleicher, singbarer und, so zu reden, runder und setter Ton gehört wird, welches durch eine besondere Mässigung der rechten Hand, sonderbar aber durch ein gewisses artiges Steifhalten, und abwechselndes gelindes Nachlassen des Handgliedes muß bewerkstelliget werden: so man aber besser zeigen als beschreiben kann.
8§. 13.
10Jeder, der die Singkunst ein bisschen versteher, weis, daß man sich eines gleichen Tones befeißigen muß. Denn wem würde es doch gefallen, wenn ein Singer in der Tiefe oder Höhe bald aus dem Hals, bald aus der Nase, bald aus den Zähnen u. s. w. singen, oder gar etwa bazwischen falsetiren wollte? Die Gleichheit des Tones muß also auch auf der Violin nicht nur bei der Schwäche und Stärke auf einer Seyte, sondern auf allen Seyten und mit solcher Mässigung beobachtet werden, daß eine Seyte die andere nicht übertäube.

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.