Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 218

Versuch einer gründlichen Violinschule : entworfen und mit 4. Kupfertafeln sammt einer Tabelle, 1900

10 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 190. See the scan on archive.org.

1Des achten Hauptstücks, dritter Abschnitt.
3so guten Grund gelegen, daß er sehr wenig Beschwerlich finden wird alles, was ihm dergleichen vorkommt, bald richtig und rein vorzutragen.
5§. 20.
7Zum Beschlusse dieses Hauptstückes muß ich noch eine nützliche Beobachtung einschalten, die ein Violinist bei Abspielung der Doppelgriffe machen kann: um mit gutem Tone, kräftig und rein zu spielen. Es ist unwidersprechlich, daß eine Seyte, wenn sie angeschlagen oder gestrichen wird, eine andere ihr gleichgestimmte Seyte auch in Bewegung setze (b). Dies ist aber nicht genug. Ich hab die Probe auf der Violin, daß beim Zusammenstreichen zweener Töne auch so gar bald die Terz, bald die Quint, bald die Octav u. s. f. von sich selbst auf eben dem nämlichen Instrumente dazu klinge. Dieses dienet nun zur untrüglichen Probe, womit sich jeder selbst prüfen kann, ob er die Töne rein und richtig zu spielen weiß. Denn wenn zweene Töne, wie ich sie unten anzeigen werde, gut genommen und recht aus der Violin, so zu reden, heraus gezogen werden; so wird man zu gleicher Zeit die Unterstimme in einem gewissen betäubten und schnarrenden Laut gar deutlich hören: sind die Töne hingegen nicht rein gegriffen, und einer oder der andere nur um ein bisschen zu hoch oder zu tief; so ist auch die Unterstimme falsch. Man versuche es mit Geduld: und wer sich gar nicht darein finden kann, der spiele anfangs auch die schwarze Grundnote, und nähere die Geige dem Gehör, so wird er bei dem Abspielen der zwei oberen Noten eben diese untere schwarze Note dazu schnarren hören. Je näher man die Violin an das Ohr hält, je mehr darf man den Strich mässigen. Vor allem aber muß die Violin gut bezogen und rein
9(b) Dass dies eine den Alten schon bekannte Sache war, sagt uns Aristides Quintilianus Lib. 2. de Musica mit diesen Worten: Si quis enim in alteram ex duabus Chordis eundem Sonum edentibus parvam imponat ac levem stipulam: alteram autem longius inde tentam pulset, videbit Chordam stipula omnium evidentissime una moveri. Es läßt sich auch eine andere Probe machen. Man hänge ein Geiginstrument, dessen Seyten nicht etwa gar zu sehr ausgespannt sind, nahe zu einer Orgel; so wird man, wenn die Töne, welche die leeren Seyten des Geiginstruments haben, auf der Orgel berühret werden, zu gleicher Zeit die leeren Seyten auch, obwohl unberührt, mit Hingen hören, oder wenigst eine starke Bewegung derselben bemerken. Oder man geige auf einer nicht zu stark bezogenen, und etwas tief gestimmten Geige das (g) mit dem dritten Finger auf der (D) Seyte; so wird sich die leere (G) Seyte gleich selbst bewegen.

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