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Scan 26
Versuch einer gründlichen Violinschule : entworfen und mit 4. Kupfertafeln sammt einer Tabelle, 1900
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1Der Einleitung erster Abschnitt.
3spannten Darmseytten die hauptstimme abgeiget, der Daume durch das Anschlaggen der unter dem Hals hinabgezogenen Seyten den Bass dazu spiele. Und eben deswegen müssen die Stücke besonders dazu gesetzt seyn. Es ist übrigens eines der anmuthigsten Instrumente.
5Eine eilste Art mag die Viola d’Amor seyn; nach dem italienischen Viola d’Amore, und nach dem französischen Viole d’Amour. Es ist eine besondere Art der Geigen, die, sonderheitlich bey der Abendstille, recht lieblich klinget. Oben ist sie mit 6. Darmseytten, davon die tiefen übersponnen sind, und unter dem Griffe mit 6. stählernen Seyten bezogen; welche letztere weder gegriffen, noch gegeigt werden, sondern nur, den Klang der oberen Seyten zu verdoppeln und fortzupflanzen, sind erdacht worden. Dieses Instrument leidet viele Verstimmung.
7Die zwölfe Gattung ist das englische Violet, so hauptsächlich von der Viola d’Amore nur dadurch unterschieden ist, daß es oben 7. und unten 14. Seyten, und folglich auch eine andere Stimmung hat, auch wegen Biele der untern Klangseyten einen stärkern Laut von sich giebt.
9Eine alte Art der Geiginstrumente ist die aus dem Trumscheid entstandene Trompeta marine. Es hat nur eine grosse Darmseyte; hat einen dreneckichzen Körper; einen langen Hals, u. s. w. Die Seyte liegt auf einem Stege, welcher auf einer Seite den Sangboden kaum berühret, und folglich verursachet, daß die Seyte, wenn sie gegeigt wird, einen schnarrenden Ton, gleich einer Trompeta, von sich giebt.
11Diese nun sind alle mir bekannte und meistentheils noch übliche Gattungen der Geigen; davon die vierte, nämlich die Violin, der Stoff dieser zum Versuch unternommenen Lehrschrift seyn wird.
13§. 3.
15Die Violin ist ein aus Holz versfertigtes Instrument, und aus folgenden Theilen zusammen gesetzt. Der obere Theil besteht in einem gewölbten Dach; der untere Theil in einem eben dergleichen Boden; die Seitenwände, welche das Dach und den Boden zusammen fügen, werden von den Geigenmachern der Zarge (b) genennet; das Ganze aber heisst bey ihnen das Corpus, oder der Körper. An diesem Körper, Corpus, oder Leib, ist der Hals, und auf dem Hals
17(b) Der Zarge oder die Zarge: aber nicht Sarge; denn dieses kommt von
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