Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 77

Versuch einer gründlichen Violinschule : entworfen und mit 4. Kupfertafeln sammt einer Tabelle, 1900

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1Das zweyte Hauptstück.
3Wie der Violinist die Geige halten, und den Bogen führen solle.
5§. 1.
6Wenn der Meister nach genauer Ausfrage findet, daß der Schüler alles ist Abgehandelte wohl begriffen und dem Gedächtnisse recht eingepräget hat: alsdann muß er ihm die Geige (welche etwas stark bezogen seyn solle) in die linke Hand richten. Es sind aber hauptsächlich zweyerley Arten die Violin zu halten; welche, weil man sie mit Worten kaum genug erklären kann, zu mehrerem Begriffe in Abbildungen hier vorgestellet sind.
8§. 2.
9Die erste Art die Violin zu halten, hat etwas angenehmes und sehr ge-lassenes. Fig. I. Es wird nämlich die Geige ganz ungezwungen an der Höhe der Brust seitwärts, und so gehalten: daß die Striche des Bogens mehr in die Höhe als nach der Seite gehen. Diese Stellung ist ohne Zweifel in den Augen der Zuschier ungezwungen und angenehm; vor den Spielenden aber etwas schwer und ungelegen: weil, bey schneller Bewegung der Hand in die Höhe, die Geige keinen Halt hat, folglich nothwendig entsfallen muß; wenn nicht durch eine lange Uebung der Vortheil, selbe zwischen dem Daume und Zeigefinger zu halten, eroberet wird.
11§. 3.
12Die zweyte ist eine bequeme Art. Fig. II. Es wird nämlich die Violin so an den Hals gesetzt, daß sie am vordersten Theile der Achsel etwas auf-lieget, und jene Seite, auf welcher das (E) oder die kleinste Sente ist, unter das Kinn kommt: dadurch die Violin, auch bey der stärkesten Bewegung der hinauf und herab gehenden Hand, an seinem Orte allezeit unverrückt blei-

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