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Scan 84
Versuch einer gründlichen Violinschule : entworfen und mit 4. Kupfertafeln sammt einer Tabelle, 1900
14 lines. Read by computer on 3 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 56. See the scan on archive.org.
1Das zweyte Hauptstück.
3Viertens, muß man sich gleich anfangs an einen langen Strich gewöhnen. Man muß nicht mit der Spitze des Bogens oder mit gewissen schnellen Strichen fortgeigen, und etwa kaum die Seyten berühren; sondern allezeit ernsthaft spielen.
5Fünftens, muß der Schüler mit dem Bogen nicht bald hinauf an das Griffbreit, bald aber herunter an den Sattel oder gar nach der Queer geigen; sondern allezeit an einem von dem Sattel nicht zu weit entfernten Orte bleiben, und allda den guten Ton aus der Violin heraus zu bringen suchen.
7Sechstens, müssen die Finger auf den Seyten nicht nach der Länge hingelegen; sondern die Glieder derselben erhöhet, die vordersten Theile der Finger aber stark niedergedrücket werden. Sind die Seyten nicht wohl niedergedrücket: so klingen sie nicht rein.
9Man lasse Siebendens jeden Finger, wenn man ihn von der Seyte aufhebt, über der Seyte, oder, so zu reden, über seinem Tone stehen. Man nehme sich wohl in acht, daß man einen oder mehrere Finger nicht etwa in die Höhe ausstrecke, oder beim Aufheben der Finger immer mit der Hand zusammen rücke, und den kleinen oder auch wohl gar die andern Finger unter den Griff oder Hals der Geige stecke. Man halte vielmehr die Hand allezeit in einer formlichen Gleichheit, und jeden Finger über seinem Tone: um hierdurch sowohl die Geschwindigkeit im Spielen, als auch die Sicherheit im Greifen, und folglich die Reinigkeit der Töne zu befördern. one of two readings
10Man lasse Siebendens ieden Finger, wenn man ihn von der Seyte aufhebt, über der Seyte, oder, so zu reden, über seinem Tone stehen. Man nehme sich wohl in acht, daß man einen oder mehrere Finger nicht etwa in die Höhe ausstrecke, oder beim Aufheben der Finger immer mit der Hand zusammen rücke, und den kleinen oder auch wohl gar die andern Finger unter den Griff oder Hals der Geige stecke. Man halte vielmehr die Hand allezeit in einer formlichen Gleichheit, und ieden Finger über seinem Tone: um hierdurch sowohl die Geschwindigkeit im Spielen, als auch die Sicherheit im Greifen, und folglich die Reinigkeit der Töne zu befördern. one of two readings
12Es muß Achtens die Geige unbeweglich gehalten werden. Dadurch verstehe ich: daß man die Violin nicht immer mit jedem Striche hin und her drehen, und sich dadurch bey den Zuschauern zum Gelächter machen solle. Ein vernünftiger Lehrmeister muß gleich anfangs auf alle dergleichen Fehler sehen, und allezeit die ganze Stellung des Anfängers wohl beobachten, damit er ihn auch nicht den kleinsten Fehler nachsieht: denn nach und nach wird eine eiserne Gewohnheit daraus, die nicht mehr abzuziehen ist. Es gibt eine Menge solcher Unarten. Die gewöhnlichsten derselben sind das Bewegen der Violin; das hin und her Drehen des Leibes oder Kopfes; die Krümmung des Mundes oder das Rümpfen der Nase, sonderbar wenn etwas ein wenig schwer zu spielen ist; das Zischen, Peifen oder gar zu vernehmliche Schnauben mit dem Atem aus dem Munde, Halse oder Nase bey Abspielung einer oder der andern beschwerlichen Note; die gezwungenen und unnatürlichen Verdrehungen der rechten und linken Hand, sonderheitlich des Ellenbogens; und endlich die gewaltige Bewegung des ganzen one of two readings
13Es muß Achtens die Geige unbeweglich gehalten werden. Dadurch verstehe ich: daß man die Violin nicht immer mit iedem Striche hin und her drehen, und sich dadurch bey den Zuschauern zum Gelächter machen solle. Ein vernünftiger Lehrmeister muß gleich anfangs auf alle dergleichen Fehler sehen, und allezeit die ganze Stellung des Anfängers wohl beobachten, damit er ihn auch nicht den kleinsten Fehler nachsiehet: denn nach und nach wird eine eiserne Gewohnheit daraus, die nicht mehr abzuziehen ist. Es giebt eine Menge solcher Unarten. Die gewöhnlichsten derselben sind das Bewegen der Violin; das hin und her Drehen des Leibes oder Kopfes; die Krümmung des Mundes oder das Rümpsen der Nase, sonderbar wenn etwas ein wenig schwer zu spielen ist; das Zischen, Peifen oder gar zu vernehmliche Schnauben mit dem Atem aus dem Munde, Halse oder Nase bey Abspielung einer oder der andern beschwerlichen Note; die gezwungenen und unnatürlichen Verdrehungen der rechten und linken Hand, sonderheitlich des Ellenbogens; und endlich die gewaltige Bewegung des ganzen one of two readings
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