Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 85

Versuch einer gründlichen Violinschule : entworfen und mit 4. Kupfertafeln sammt einer Tabelle, 1900

13 lines. Read by computer on 3 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 57. See the scan on archive.org.

1Das zweyte Hauptstück.
3ganzen Leibes, wodurch sich auch oft der Chor, oder das Zimmer wo man spielt erschüttert, und die Zuhörer bey dem Anblicke eines so mühsamen Holzhauers entweder zum Gelächter oder zum Mitleiden bewogen werden.
5§. 7.
6Wenn nun der Lehrling unter genauer Beobachtung der ist gegebenen Regeln die Musikleiter, oder das sogenannte musikalische A, b, c, abzuspielen anfangen hat; so muß er so lang damit fortsfahren, bis er es rein und ohne allen Fehler weg zu geigen im Stande ist. Hier steckt wirklich der größte Fehler, der sowohl von Meistern als Schülern begangen wird. Die ersten haben oft die Gedult nicht die Zeit abzuwarten; oder sie lassen sich von dem Discipel verführen, welcher alles gethan zu haben glaubet, wenn er nur bald ein paar Menuete herabkratzen kann. Ja vielmal wünschen die Eltern, oder andere des Anfängers Vorgesetzte nur bald ein vergleichs unzeitiges Tänzel zu hören, und glauben alsdann Wunder, wie gut das Lehrgeld verwendet worden. Allein, wie sehe betrügt man sich! Wer sich nicht gleich Anfangs die Lage der Töne durch öfteres Abspielen des A, b, c, rechenschaften bekannt macht, und wer nicht durch fleißiges Abspielen der Musikleiter es dahin bringet, daß ihm die Ausdehnung und Zurückziehung der Finger so, wie es ieder Ton erfordert, schon so zu reden, natürlich kommt, der wird allezeit in Gefahr laufen falsch und ungewiß zu greifen. one of two readings
7Wenn nun der Lehrling unter genauer Beobachtung der ist gegebenen Regeln die Musikleiter, oder das sogenannte musikalische A, b, c, abzuspielen anfangen hat; so muß er so lang damit fortsfahren, bis er es rein und ohne allen Fehler weg zu geigen im Stande ist. Hier steckt wirklich der größte Fehler, der sowohl von Meistern als Schülern begangen wird. Die ersten haben oft die Gedult nicht die Zeit abzuwarten; oder sie lassen sich von dem Discipel verführen, welcher alles gethan zu haben glaubet, wenn er nur bald ein paar Menuete herabkratzen kann. Ja vielmal wünschen die Eltern, oder andere des Anfängers Vorgesetzte nur bald ein vergleichs unzeitiges Tänzel zu hören, und glauben alsdann Wunder, wie gut das Lehrgeld verwendet worden. Allein, wie sehr betrügt man sich! Wer sich nicht gleich Anfangs die Lage der Töne durch öfteres Abspielen des A, b, c, rechenschaften bekannt macht, und wer nicht durch fleißiges Abspielen der Musikleiter es dahin bringet, daß ihm die Ausdehnung und Zurückziehung der Finger so, wie es ieder Ton erfordert, schon so zu reden, natürlich kommt, der wird allezeit in Gefahr laufen falsch und ungewiß zu greifen. one of two readings
9§. 8.
10Will es etwa einem Anfänger nicht gleich recht angehen, die Violin auf die vorgeschriebene Art frey zu halten; denn alle sind nicht von gleicher Geschicklichkeit: so lasse man ihn die Schnecke der Violin an eine Wand halten; sonderbar, wenn er die Geige, ohne Forcht daß sie ihm entsaffe, nicht anders als mit der ganzen Hand, und mit niedergedrückten Fingern halten kann. Man richte ihm die Hand, wie er die Violin zwischen dem Daumen und Ballen des Zeigefingers halten solle; wie die Finger nicht liegend, sondern mit derselben mittlerem Gliede in die Höhe stehend auf die Seyten zu bringen sind, u. s. f. In dieser Stellung lasse man ihn unter Beobachtung aller oben angesührten Regeln die Musikleiter abgeigen; man wiederhole diese Uebung wechselweise bald frey, bald an der Wand; man erinnere ihn öfter, daß er sich die Lage der Hand rechenschaften einpräge, und fahre so lange fort, bis er es endlich frey abzuspielen im Stande ist.
12Mozarts Violinschule.

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