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Scan 100
Von der Violine, 1906
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1jungen Herzen den Wunsch angeregt, jenes Wunderland zu sehen, ein Wunsch, dem auch Könige und Kaiser nicht zu widerstehen vermochten. Vielleicht fühlte der Jüngling in der Brust, bei Tag und Nacht, die Wachstumsschmerzen des Genies; und es winkte ihm eine Krone jenseits der fernen schneebedeckten Berge, wohin im Herbst die Schwalben zogen.
3Die Lauten- und Violenmacherkunst hatte schon im heiteren Süden zu einer Zeit geblüht, als Kriegs- und Marterinstrumente, Schwerter, Spieße, Hellebarden mehr oder weniger noch an der Tagesordnung waren. Bereits vom dreizehnten Jahrhundert an finden wir Brescia als eine berühmte Pflegestätte der Instrumentenbaukunst erwähnt.
5Um das Jahr 1450 herum lebte in der alten Stadt ein renommierter Lauten- und Violenbauer mit Namen Kerlino. Der Name, wohl eine Italienisierung von Kerl, deutet auf deutsche Abstammung hin. Sein Ruf könnte leicht den Strom ausländischer junger geschickter Arbeiter, die in Italien goldene Berge suchten, nach Brescia gezogen haben. Genug, es ist nicht unwahrscheinlich, dass jung Kasper Tieffenbrucker, obwohl Kerlino schon gestorben war, auch seinen Weg dahin und in die Werkstatt irgend eines anderen Brescianer Meisters als Lehrling oder Gehilfe machte, und dass er in Brescia blieb oder nach Bologna zog und später, durch verlockende Aussichten oder Anerbietungen veranlasst, seinen Wohnsitz nach Frankreich verlegte. In Lyon war er erfolgreich angesehen, ein Mann in guten Verhältnissen — nach dem von einem damals berühmten Künstler gestochenen Porträt zu urteilen — der sein eigenes Haus und Grund und Boden hatte.
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