Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 76

41883.f.4 – Untersuchungen über die Zusammensetzung der Klänge der Streichinstrumente / Dr. J. Ritz., 1883

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1kaum näher an den Steg heranwagen darf, als auf 5 cm Entfernung. Selbstverständlich ist bei Verkürzung der Saiten durch den Finger auch eine grössere Annäherung des Bogens an den Steg wünschenswert und günstig. Auch nach der anderen Seite d. h. gegen das Griffbrett zu scheint mir eine Verschiebung des Bogens um etwa 1 cm noch zulässig; zwar setzen sich die Klänge an diesen Stellen der Saiten wie die beiden letzten Partialtabellen (Seite 59 u. 60) zeigen, aus ziemlich vielen Obertönen zusammen, aber für die höheren derselben tritt der Bogen mehr und mehr auf die zweite Abteilung, was wohl eine Dämpfung derselben und damit ein Milderwerden des Klanges zur Folge haben muss. Auf diese Weise ergeben sich als Spielraum des Bogens von seiner mittleren Stellung aus nach rechts 2 cm, nach links 3 cm, im Ganzen also 5 cm; bei Verkürzung der Saiten verengern sich natürlich diese Grenzen und rücken beide gegen den Steg zu.
3Die in den letzten Tabellen als mittlere Lage des Bogens bezeichnete Stellung kann wohl mit demselben Rechte wie das im Falle der Violine geschehen ist und begründet wurde, als die günstigste Stellung des Bogens für die leeren Saiten bezeichnet werden; sie liegt für das Violoncello in \( \frac{1}{10} \) der Saitenlänge, während sie sich für die Violine in ungefähr \( \frac{1}{11} \) der Saitenlänge fand.
5Die Resultate der vorliegenden Untersuchung lassen sich in folgende Sätze zusammenfassen:
61. Die Besaitung des Violoncello's ist insoferne eine ungleichartige, als die C Saite viel steifer ist und daher weniger die Fähigkeit besitzt, Obertöne zu produzieren, als die drei übrigen Saiten.
72. Die drei Saiten A, D und G des Cello sind an Fähigkeit, Obertöne zu bilden, den Saiten der Violine überlegen; dies erklärt sich durch die grössere Länge der Cellosaiten.
83. Die Spielbreite ist für das Cello etwas grösser als für die Violine, wegen der Steifheit der Saiten. Trotzdem werden auf dem ersteren Instrumente durch den Bogen weniger Obertöne ausgelöscht, als auf der Violine, weil die Knotenpunkte der Obertöne wegen der grösseren Saitenlänge auf dem Cello weiter auseinanderliegen, als auf der Violine.
9Hieraus folgt:
104. Die Klänge der A, D und G Saite des Violoncello's sind im allgemeinen etwas reicher als die entsprechenden Klänge der Violine. Genauen Aufschluss über die Zusammensetzung der einzelnen Klänge geben die beiden letzten Tabellen.
115. In allen übrigen Punkten stimmen die Resultate der vorliegenden Untersuchungen vollständig überein mit den Ergebnissen, welche in der I. und II. Abhandlung für die Violine gefunden wurden. Es gelten also dieselben Sätze, welche am Schlusse dieser beiden Abhandlungen für die Violine aufgestellt wurden, unverkürzt und vollständig auch für das Violoncello.

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