Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 34

Beiträge zur Geschichte der Violinsonate im 18. Jahrhundert, 1911

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1sehen davon, daß man in Weimar zweifellos des ehemaligen Weimarer Vizekapellmeisters Kühnel Wirken in Kassel mit Interesse verfolgte, macht schon die enge Verbindung der beiden Höfe ¹), die auch Bach 1714 einen Besuch in Kassel abstatten ließ, es wahrscheinlich, daß zum mindesten in den Violoncello-(Gamba-)Suiten ohne Baß Kühnelsche Anregungen verarbeitet wurden. Aber auch für die Anlage der Violinsonaten mußte die Weimarer Stellung fruchtbar werden. Fällt doch gerade in diese Zeit Bachs regste Beschäftigung mit italienischer Kammermusik, speziell Sonatenkomposition ²), und wenn Bach auch Italien gegenüber viel selbständiger blieb als z. B. Händel, so hat er doch manches wertvolle Gestaltungsprinzip, z. B. die Form der Kirchensonate, wahrscheinlich auch die Geigenbehandlung in den Fugen der unbegleiteten Solosonaten, aus italienischen Vorlagen geschöpft ³). Zu keiner Zeit treten schließlich die Einflüsse der Geigenmusik und ihrer Thematik in seinen Werken derart hervor wie hier ⁴), nie stand er aber der Geige auch so nahe als in Weimar durch seine Stellung als Konzertmeister. Es ist im höchsten Grade verlockend, anzunehmen, daß schon in Weimar, wo Kammermusik und Kirchenviolinsonate rege Pflege fanden, die Kirchensonaten aus dem Werke für Geige allein während der Kommunion ⁵) vom Chor herab erklangen. one of two readings
2sehen davon, daß man in Weimar zweifellos des ehemaligen Weimarer Vizekapellmeisters Kühnel Wirken in Kassel mit Interesse verfolgte, macht schon die enge Verbindung der beiden Höfe 1), die auch Bach 1714 einen Besuch in Kassel abstatten ließ, es wahrscheinlich, daß zum mindesten in den Violoncello-(Gamba-)Suiten ohne Baß Kühnelsche Anregungen verarbeitet wurden. Aber auch für die Anlage der Violinsonaten mußte die Weimarer Stellung fruchtbar werden. Fällt doch gerade in diese Zeit Bachs regste Beschäftigung mit italienischer Kammermusik, speziell Sonatenkomposition 2), und wenn Bach auch Italien gegenüber viel selbständiger blieb als z. B. Händel, so hat er doch manches wertvolle Gestaltungsprinzip, z. B. die Form der Kirchensonate, wahrscheinlich auch die Geigenbehandlung in den Fugen der unbegleiteten Solosonaten, aus italienischen Vorlagen geschöpft 3). Zu keiner Zeit treten schließlich die Einflüsse der Geigenmusik und ihrer Thematik in seinen Werken derart hervor wie hier 4), nie stand er aber der Geige auch so nahe als in Weimar durch seine Stellung als Konzertmeister. Es ist im höchsten Grade verlockend, anzunehmen, daß schon in Weimar, wo Kammermusik und Kirchenviolinsonate rege Pflege fanden, die Kirchensonaten aus dem Werke für Geige allein während der Kommunion 5) vom Chor herab erklangen. one of two readings
4Das Violinwerk ohne Begleitung scheidet sich nämlich in drei Sonaten in viersätziger Kirchenform und drei Suiten, die ebenso wie das ganze Werk für Violoncello solo (5 Tanzzyklen samt der angehängten Suite für Viola pomposa) die Formen Allemanda Corrente Sarabanda Giga mit Voranstellung eines Preludio und Einschiebungen zwischen Sarabanda und Giga zum Aufbaue der Zyklen verwenden. Mit der Form der drei Sonaten steht also Bach Italien näher, mit den Suiten knüpft er mehr an die Klaviermusik Deutschlands und Frankreichs ⁶), besonders seine eigene an; nicht ganz unwesentlich will es mir erscheinen, daß erstere durchweg italienische Bezeichnungen, letztere überwiegend französische aufweisen. Das Werk für Solovioloncell, das in dieser Beziehung radikaler verfährt, ersetzt in Suite V das Praeludium sogar durch eine französische Ouvertüre. one of two readings
5Das Violinwerk ohne Begleitung scheidet sich nämlich in drei Sonaten in viersätziger Kirchenform und drei Suiten, die ebenso wie das ganze Werk für Violoncello solo (5 Tanzzyklen samt der angehängten Suite für Viola pomposa) die Formen Allemanda Corrente Sarabanda Giga mit Voranstellung eines Preludio und Einschiebungen zwischen Sarabanda und Giga zum Aufbaue der Zyklen verwenden. Mit der Form der drei Sonaten steht also Bach Italien näher, mit den Suiten knüpft er mehr an die Klaviermusik Deutschlands und Frankreichs 6), besonders seine eigene an; nicht ganz unwesentlich will es mir erscheinen, daß erstere durchweg italienische Bezeichnungen, letztere überwiegend französische aufweisen. Das Werk für Solovioloncell, das in dieser Beziehung radikaler verfährt, ersetzt in Suite V das Praeludium sogar durch eine französische Ouvertüre. one of two readings
7An den Suiten ist bewunderswert, „wie scharf trotz der beschränkten Mittel das Eigentümliche der Typen herausgearbeitet ist“ ⁷). Kein Verwachsen der Form, wie bei Corelli, zugunsten des one of two readings
8An den Suiten ist bewunderswert, „wie scharf trotz der beschränkten Mittel das Eigentümliche der Typen herausgearbeitet ist“ 7). Kein Verwachsen der Form, wie bei Corelli, zugunsten des one of two readings
10¹) Spitta I 508. one of two readings
111) Spitta I 508. one of two readings
12²) Spitta I 406 ff. one of two readings
132) Spitta I 406 ff. one of two readings
14³) Von einer „Abhängigkeit Bachs von Italien“ (Torchia a. a. O. S. 79) ist deshalb noch nicht die Rede. Siehe unten. one of two readings
153) Von einer „Abhängigkeit Bachs von Italien“ (Torchia a. a. O. S. 79) ist deshalb noch nicht die Rede. Siehe unten. one of two readings
16⁴) Vgl. Spitta I 399, 416, 427; I 442 eine Ciacona als Chor! one of two readings
174) Vgl. Spitta I 399, 416, 427; I 442 eine Ciacona als Chor! one of two readings
18⁵) Vgl. Schering, Vorrede zu Denkm. d. Tonk. Bd. XXIX/XXX S. IX. Forkel, Seb. Bachs Leben, 1802, S. 60. one of two readings
195) Vgl. Schering, Vorrede zu Denkm. d. Tonk. Bd. XXIX/XXX S. IX. Forkel, Seb. Bachs Leben, 1802, S. 60. one of two readings
20⁶) Bereits in Celle hatte er Gelegenheit, sich mit französischer Musik vertraut zu machen. Spitta I 198. one of two readings
216) Bereits in Celle hatte er Gelegenheit, sich mit französischer Musik vertraut zu machen. Spitta I 198. one of two readings
22⁷) Spitta I 702. one of two readings
237) Spitta I 702. one of two readings

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