Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 54

Beiträge zur Geschichte der Violinsonate im 18. Jahrhundert, 1911

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1bedingt nötig — die Aehnlichkeit dieser Partitur mit der eines Streichquartetts überrascht ¹). Cx 951 schreibt Telemann für Flauto Traverso, Viola d’Amour und Cembalo; Cx 946 für zwei „Violini discordati e Cembalo“. Das Doppeltrio (zu je zwei Sätzen) Cx 937 endlich wurde (den erhaltenen Stimmen nach) mit Orchesterbesetzung gespielt ²); Bibl. Dresden besitzt für dieses Werk:
24 Stimmen für Violino 1 mo
34 ” ” ” ” 2 do
47 (!) ” ” ” Basso
51 Stimme (gleichlautend mit Basso, jedoch beziffert) für Cembalo.
7Häufig tritt in diesen Trios die zweite Geige nur mehr als harmonische Füllstimme auf. Telemanns flüssige Schreibart neigt mehr zur Homophonie und Figuration, als zur Polyphonie ³).
9Dies gilt ohne Einschränkung auch für seine gesamte Solokomposition, deren Pflege ihn seit 1715 beschäftigte. Die damals erschienenen 6 Violinsonaten ⁴) verwenden abwechselnd Kirchensonaten- (Sonate 1, 3, 5) und Suitenform (2, 4, 6), letztere aus den vier Grundtypen Allemanda, Corrente, Sarabanda und Giga errichtet. Zwar besteht noch ein Unterschied zwischen beiden Formen, aber er liegt mehr auf geistigem Gebiete als auf formellem: wohl sind die zweiten Sätze der Kirchensonaten, abgesehen von mehrere Takte langen Imitationen, homophon gehalten, der letzte Satz hat in Sonate I die Form der Giga, aber ihr Ton ist ernster, dunkler als jener der Suiten. Sichtlich nur für leichte Hausunterhaltung berechnet, verzichtet das zeitlich nächste Solowerk „La petite musique de chambre, Die kleine Cammer-Music“ ⁵) (1716), wie das 2. Blatt besagt, für „Hautbois, ou Violon, ou Flute traverse, ou Clavecin ⁶) avec la Basse chiffree“, auf komplizierten Formenbau. Es besteht aus 6 „Partie“, die mit einem langsameren, ernsteren Satze beginnen, an den sich leichte Stücke, Aria 1, 2 etc. zubenannt, in bunter Folge ohne Regel des Tempowechsels reihen. Bemerkenswert ist das Erscheinen der Siciliana hier wie in dem nächstgenannten Werke. Zwar ist für alle folgenden Werke die viersätzige Kirchenform maßgebend, aber die homophone Satzart bleibt zum größten Teile bestehen und auch der leichte Suitengeist
11¹) Ueber das Telemannsche „Quadro“ vgl. Sandberger „Zur Gesch. des Haydnischen Streichquartetts“ in der „Altbayr. Monatsschrift“, II. Jahrg., S. 51.
12²) Vgl. oben S. 13, Anm. 2.
13³) Vgl. Otzen, Telemann als Opernkomponist. Berlin 1902, S. 12.
14⁴) Bibl. Darmstadt.
15⁵) Bibl. Darmstadt.
16⁶) Ein Parallelfall zu der Improvisierung einer obligaten Cembalostimme aus einer Triosonate; siehe Kap. I m. A., sowie S. 37 f. Eine ähnliche Lizenz findet sich in den Solosonaten oe. 2 von Hotteterre (Bibl. München, S. 1) vor; vgl. ferner Mattheson, Vollk. Kapellm. S. 91 (Corellis Sonaten vom Organisten allein gespielt) und Bitter, C. Ph. E. Bach, 1868, I 59 (Titel der „Zwey Trios“ 1748/49).

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