Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 58

Beiträge zur Geschichte der Violinsonate im 18. Jahrhundert, 1911

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1neuen Zeit an. Er ist für diese Epoche der Geigenkomponist kat’ exochen. In reichster Fülle sind seine Werke noch heute in den Bibliotheken verbreitet, so daß es hier nur möglich ist, auf einzelnes besonders Wichtige das Augenmerk zu lenken. Unter den Quellen verdienen da zwei Handschriften der Bibl. Berlin vorzügliche Beachtung: ein starker Band (1315 s, Format 38 × 51, 198 Seiten), und eine Sammlung von vier Sonaten (Ms. 1315, die letzte von einem anderen Kopisten). Der erstgenannte Band, auf dessen große Bedeutung besonders für künftige Neudrucke Bendascher Sonaten nachdrücklich hingewiesen sei, ist nicht allein durch seinen musikalischen Schatz (33 Nummern) interessant; scheinbar eine spätere Zusammenstellung, verzeichnet er die Solostimme der Soli doppelt (im 1. Satze „Adagio“ der Sonate 1 sogar dreifach): in einfacher und kolorierter Form und zwar nicht nur bei den langsamen, sondern auch bei sämtlichen schnellen Sätzen (mit alleiniger Ausnahme des 3. Satzes der 29. Sonate)! Am Schlusse der Sätze sind auch die nötigen Kadenzen vermerkt. In der Kolorierung sämtlicher Sätze vertritt der Schreiber des Bandes ein Prinzip, das sich nicht allein in Nr. 2 jener anderen vier Sonaten der Bibl. Berlin (mit kleinen Varianten in der Verzierungsstimme als Nr. 8 im großen Bande) 1) wiederholt, sondern auch mit der Autorität Franc. Geminianis belegt werden kann, wie dessen Ausführung von Corellis op. V, Nr. 9 bei Hawkins (V 394 ff.) beweist. Ueberdies zeigt sich aber bei genauerem Studium jenes großen Berliner Manuskripts in vielen Fällen die merkwürdige Tatsache, daß nicht immer bloß eine und dieselbe Stimme, z. B. die untere, die Komplizierung, die „Verzierungsstimme“ darstellt, sondern diese Eigenschaft zwischen beiden Fassungen der Solostimme wechselt, was offenbar nichts anderes bedeuten kann, als daß beide als ausführbar angesehen wurden. Mag nun die Kompetenz dieses Manuskripts in irgendwelcher Weise angefochten werden, eines ist es jedenfalls imstande gegen alle Zweifel sicher zu stellen: daß apodiktische Regeln über das wie und wo der Verzierung, wie sie heute von mancher Seite gepredigt werden, dem freien Geiste alter Kunstübung kraß widersprechen.
3Das mehrfach zitierte Manuskript scheint in den Aufschriften einzelner Sonaten (Nr. 3, 5, 6, 18 etc.): „per il Violino Solo col Violoncello“ und dem Weglassen der Bezifferung in den gleichen Fällen auf andere Besetzung deuten zu wollen. Da sich dieser letztere Mangel indes vereinzelt auch bei den andern, „per il Violino solo et (!) Cembalo col Violoncello“ oder „per il Violino Solo et (!) Basso“ betitelt, konstatieren läßt, dürfte sich die Frage im Sinne der Ausführungen Sandbergers (Denkm. d. Tonk. i. Bayern I, S. XXXV) entscheiden: das Cembalo ist stillschweigend überall mitverstanden. Aber auch hier besteht kein Zwang.
51) Neuausgabe von Jensen bei Augener als Sonate VIII.

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