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Scan 102
Cremona. Eine Charakteristik der italienischen Geigenbauer und ihrer Instrumente, 1919
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1Sanctae Theresiae 1692 besitzt Fräulein Inka von Linprun, Violinvirtuosin, Bad Reichenhall; eine von 1709 besitzt der K. K. Hofmusiker Albert Bachrich, Wien; eine andere spielt Konzertmeister O. Kopecky, Hamburg. Ein Violoncello desselben Meisters, Cremona 1695, spielt der Virtuos Otto Lüdemann, Berlin.
3GUARNERI, Joseph (Giuseppe), Cremona * 25. XI. 1666, † um 1739. Zweiter Sohn von Andrea, war ein ausgezeichneter Künstler. Sein vollständiger Name war Joseph Guarnerius filius Andreae fecit Cremonae 1707.
5Joseph Guarnerius filius Andreae fecit Cremonae sub. titulo S. Teresiae 1725 Zettel gedruckt, die beiden letzten Jahreszahlen handschriftlich.
7Giuseppe Giovanni-Battista. Er hat niemals seine Heimatstadt Cremona verlassen und heiratete am 4. I. 1690 Barbara Franchi, die ihm 3 Söhne gebar, von denen nur Pietro Instrumentenmacher wurde, der aber in dem Werke von Piccolellis nicht genannt wird, und 3 Töchter. Josephs erste Arbeiten zeigen schon, dass er seinen eigenen Weg ging, ganz abweichend von dem seines Vaters. Die Brust der Instrumente ist schmaler, wodurch die Mittelbiegel einen eleganten Ausschnitt bekamen und die Wölbung steigt schnell vom Rande bis zum Mittelpunkt. Der Schnitt der f-Löcher zeigt eine eigentümliche Kombination der Linien von Nicolai Amati und Andrea Guarneri, einigermassen zurückkehrend zu der zugespitzten Form der Gasparo da Salò; ferner sind die f-Löcher etwas tiefer und näher am Rande angebracht, eine Methode, worin ihm Carlo Bergonzi später folgte. Der Firnis ist von der schönsten Art und zuweilen so dick aufgetragen, dass er an einigen Stellen zusammengetrieben erscheint.
9Joseph Guarneri baute Geigen, Bratschen und Violoncelli, die letzteren selten und mit geringer Akkuratesse, woraus man schliessen kann, dass er dem Bau der kleineren Instrumente mehr Vorliebe zuwandete. Der Klang aller seiner Instrumente ist edel, sie stehen hoch im Preise.
11Giuseppe verfertigte seine Instrumente nach verschiedenen Modellen; die Formen seiner Ränder gleichen denen seines Vaters, kleine ff erinnern an die Schule von Amati. Der Firnis ist gelb und geschmückt mit klarem Braun. Im Ganzen sind seine Instrumente von sehr verschiedener Art, doch ausgezeichnet. Man wird sie vergleichen können mit der Manier des Nicola Amati und des Vetters Giuseppe
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