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Scan 115
Cremona. Eine Charakteristik der italienischen Geigenbauer und ihrer Instrumente, 1919
10 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 77. See the scan on archive.org.
1und dürfte in Füssen oder Vils gelernt, vielleicht auch bei Stainer selbst gearbeitet haben, jedenfalls ist er von Jakob Stainer beeinflusst. Von Lütgendorff schreibt: „da durch die Gebirgspässe bei Mittenwald eine der wichtigsten Heerstrassen aus der Levante, Italien und Tyrol nach Augsburg führte und die Mittenwalder Rollfuhrleute daher leicht Beziehungen bis weit nach Italien hinein haben konnten, soll Mathias schon als zehnjähriger Knabe von einem solchen Fuhrmann nach Cremona zu Nicola Amati gebracht worden sein. Nach zwanzigjähriger Abwesenheit sei er dann heimgekehrt, wo er seinen Geburtsort in grossem Aufschwung fand. Die venezianischen Kaufleute hatten nämlich ihren Markt von Bozen nach Mittenwald verlegt.1) Dieser Umstand dürfte ihn tatsächlich zum Bleiben veranlasst haben. Er fand jetzt in Mittenwald einen geeigneten Boden für seine Kunst; an gutem Holz war kein Mangel, und Absatzgelegenheit war sowohl nach dem Süden wie nach dem Norden reichlich vorhanden. Es ist jedenfalls den fremden Kaufleuten zuzuschreiben, die immer nur Geigen von dem damals schon hochgeschätzten Stainer haben wollten, wenn er, um seine Arbeiten leichter an den Mann zu bringen, wie man behauptet, auch Zettel mit Stainers Namen in seine Geigen klebte. Sehr lobenswert sind seine Arbeiten durchgeführt, auch der Ton ist recht gut, dagegen ist sein Holz nicht immer schön und dem Wurmfrass ausgesetzt. Der Lack ist auf dunklem Grunde aufgetragen und hat einen gelblichen Schimmer, ist im allgemeinen aber dürftig. Übrigens ist es ein Irrtum, ihn für den besten Meister der Familie zu halten, da er z. B. von seinem Sohne Sebastian weit übertroffen wurde. Der ausgedehnte Handel ging später auf die Neuner über. Schon um 1730 traten Johann und Mathias Neuner in den Vordergrund und verstanden es, allmählich den ganzen Mittenwalder Geigenhandel zu monopolisieren.“
3Laut J. Baaders „Chronik des Marktes Mittenwald“2) dagegen soll er bei Nicola Amati in Cremona gelernt,
51) Durch Herzog Siegmund beleidigt, gaben sie den Besuch des Bozener Jahrmarktes auf und wählten den bis dahin weniger bedeutenden Jahrmarkt zu Mittenwald für ihre Warenlieferung.
62) Baader, J., Chronik des Marktes Mittenwald. Nördlingen 1880.
7KOENNEMANN, Adolf, Nordhausen. Chemiker, altitalienischer Geigenlack.
8KOLIKER, Jean Gabriel, Paris 1783—1820. Bedeutender Sachverständiger
9KOWANSKY, Wenzel, gen. der böhmische Wenzel.
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