Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 21

Cremona. Eine Charakteristik der italienischen Geigenbauer und ihrer Instrumente, 1919

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1nischen Instrumente, es stieg ihr Preis bald auf das Drei- und Vierfache. Der Umlauf der Cremoneser Geigen führte zu vergleichenden Beobachtungen ihrer verschiedenen Formen und Wölbungen, wobei man dem flacheren Modell den Vorzug zuerkennen musste. Bisher hatte man noch keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Amati gemacht; ob Andrea, Hieronymus und Antonius oder Nicola, war im Preise unbe rücksichtigt geblieben; jetzt aber schenkte man den Werken des Nicola Amati grössere Aufmerksamkeit und bezahlte gern für eine flacher gewölbte Geige von ihm den doppelten Preis. Nachdem sich der Geschmack für die flachere Form entwickelt hatte, kam nach und nach auch Stradivarius zu Ehren. Wie blind man bis dahin für den Wert seiner Erzeugnisse war, geht daraus hervor, dass es dem Cellisten Cervetto in London nicht gelang, sein schönes Stradivari-Cello für 5 £ zu verkaufen
3Zunächst waren es die Solospieler, die sich in den Besitz der Stradivari-Geigen zu bringen suchten, so Boccherini, Viotti (zuerst 1796), Rode, Kreutzer, Habeneck, Mazas, Lafont und Baillot, und nun stieg ihr Ruhm von Tag zu Tag. Die Rode'sche Stradivari-Geige, ein schönes Muster zierlicher Einlege-Arbeit, ist im Besitz eines englischen Sammlers, der 4 Stradivaris sein eigen nennt. Die Viotti-Stradivari war 1855 nach Fétis im Besitz von Brochart de Villiers. Lafont besass ausserdem 2 schöne Geigen von Guiseppe Guarneri del Gesu; sie wurden im Februar 1854 in der Goding-Auktion für £ 135 beziehentlich £ 101 verkauft.
5Der Name Joseph Guarnerius war bis 1820 nicht über die Grenzen seines Vaterlandes gedrungen. Da erschien der die Musikwelt in Erstaunen setzende Paganini mit einer wundervollen Geige von Joseph Guarnerius del Gesù vom Jahr 1743, welche seit dem Tode des Virtuosen (24. Mai 1840) im Museum zu Genua schläft.
7Ein französischer Kaufmann M. Livron, hatte Paganini diese Geige geliehen, um sie abends in einem Konzerte zu spielen. Als der Künstler geendet hatte und sie zurückgeben wollte, rief Livron aus: „Nie werde ich die Saiten entweihen, die Ihre Finger berührt haben; das Instrument gehört Ihnen!“ Auf diese Weise kam Paganini zu seiner besten Geige. Diese Geige wurde mit grosser Genauigkeit von J. B. Vuillaume nachgebaut, und die Kopie von ihm Paganini geschenkt, der sie seinem Schüler Camillo Sivori gab.

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