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Scan 143
Die Geigen und Lautenmacher, 1922
6 lines. Read by computer on 23 September 2026. Printed page 139. See the scan on archive.org.
1Orten des industriereichsten Teils von England sind allenfalls noch Southport und Dewsbury zu nennen, wo Edward Broockfield und G. R. Crosby arbeiten. Außerdem finden sich in Bolton R. C. Roberts, in Rochdale J. Priestnall und Frank Watson, in Halifax W. Eastburn. Jacklin in Hull hatte in R. Poulton einen Vorgänger, der aber wohl nur Händler war, wenn er sich auch auf Zetteln ausdrücklich »Musical Instrument-Maker and Repairer« nennt, dagegen scheint Winter seine Violinen selbst gebaut zu haben. Über den Durchschnitt erheben sich der geschickte Kopist Frank de Voney in Blackpool und George Hudson in Skegness, der ein eigenes Modell sucht und sich gut auf den Lack versteht. Auch William Dickie in Wentworth und Daniel Shakleton in Bedford gehören zu den besseren Meistern.
3In Leicester, der Stadt König Lears und Richards III., die jetzt nur als ein »Cremona der englischen Schuster« bezeichnet werden darf, fand sich im 19. Jahrhundert ein einziger Geigenmacher, A. T. Hole, ein, von dem aber nicht bekannt ist, ob er dort für mehr als das tägliche Brot gearbeitet hat. In Aylestone (Leicester) hat Hidalgo Moya sein Tuskulum aufgeschlagen. Er will ein neues Gesetz für den Ton der Violine ergründet haben, nach dem z. B. die F-Löcher auf der Decke eigentlich fehlen dürfen. Er läßt die Geigen nach seinem System sehr sorgfältig bauen und findet, wie es scheint, tatsächlich in England und Amerika zahlreiche Abnehmer.
5Die Harfen- und Lautenmacher, die bis in das 18. Jahrhundert hinein hauptsächlich noch in Wales zu finden waren, scheinen fast nie ihre Namen in ihre Werke geschrieben zu haben, so daß es wie eine Ausnahmeerscheinung anmutet, wenn in einer aus dem 18. Jahrhundert stammenden walischen Harfe der Name eines John Richards in Llanrwst gefunden wird. Der Verfertiger dürfte ein Musiker und Sänger gewesen sein wie die meisten älteren Lautenmacher des britischen Inselreichs. Das Musikinstrumentenmachen ist in England bis auf den heutigen Tag eine weitverbreitete Liebhaberbeschäftigung geblieben, und wenn es hier auch nicht so viele Dilettanten gibt wie in Schottland, ist die Reihe der Geigenmacher, die erst einen anderen Beruf gehabt haben, doch recht stattlich. Mancher brachte es auch zu großer Handfertigkeit, wie der Schuhmacher John Askew in Stanhope oder M. H. Lindsay in Stockton, deren Geigen viel Gutes aufweisen. Beide können jedenfalls mehr als Robert Gladstone in Newcastle und der bis 1899 dort wohnende W. Kerr oder sein Nachfolger, der Geigenlehrer und Händler J. Brunskill. In die Fabrikstadt Gateshead wurden J. Martin und D. Lindsay verschlagen, wo sich jetzt J. E. Harris gut eingeführt hat. Zu den besseren Meistern möchte ich M. Coulson in Stamfordham, der noch dem 18. Jahrhundert angehört, und John Fisher Maghie in Dalston rechnen, während Wouldhave in North Shields seiner Arbeit nach nur ein Autodidakt sein kann. Höher stehen William Heaton in Gomersal, der ursprünglich Kunsttischler war, und A. Cook in Ipswich, während man von dem im Jahre 1890 verstorbenen T. Wood in Blindley nur sagen kann, daß er sich gut auf das Lackieren verstand. Einen leidlich guten Lack soll auch Arnold Burnley gehabt haben, während von Batho, dem ersten Lehrer Monks, nicht einmal das gerühmt wird. Neben solchen Geigenmachern dritten und vierten Rangs erscheinen R. Yates in Ardwick oder der in Brading auf der Insel Wight lebende J. Edwin Bonn, sowie G. H. Buckman in Dover und John Beckett in Faversham noch als Künstler.
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