Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 145

Die Geigen und Lautenmacher, 1922

8 lines. Read by computer on 23 September 2026. Printed page 141. See the scan on archive.org.

1seinen Lehrer und Mitarbeiter, und daß man gerade ihn den »schottischen Stradivari« nennt, obwohl er sich ganz genau nach den Arbeiten Blairs richtete, wobei er ihn allerdings in Einzelheiten und in der Sorgfalt oft übertraf. Nur vom Lack verstand er nichts, was sein Sohn und Nachfolger Thomas Hardie wohl erkannte, der aber seine Geigen dadurch verdarb, daß er das Holz im Ofen trocknete. Er hätte das Zeug dazu gehabt, Höheres zu erreichen als sein Vater, aber er verbrachte seine beste Zeit in der Schenke, und als er wieder einmal berauscht nach Hause kam, stürzte er über die Treppe und brach sich den Hals.
3Der alte Hardie hatte eine ganze Reihe von Schülern, unter diesen war auch sein Vetter Peter Hardie in Dunkeld, der Sohn eines Regimentsarztes und selbst ein Mann mit Universitätsbildung. Während er seines Studiums halber in Edinburg weilte, wußte ihn sein Vetter so für die Kunst Stradivaris zu begeistern, daß der junge Gelehrte, der auch ein trefflicher Geiger war, das Schurzfell umband und selbst Geigen zu machen anfing. Er hatte eine geschickte Hand und war ungemein fleißig, seine Geigen und Violoncelli sind daher sehr erfreuliche Leistungen, sowohl in ihrer Ausführung als in ihrem Ton. Was er bei seinem Vetter gelernt, brachte er seinem Geigenlehrer Willie Blair in Abergeldie bei, der dann auch recht hübsch aussehende Geigen baute, deren Ton nur deshalb hinter den Erwartungen zurückblieb, da auch er den Wahn hatte, das Holz im Backofen künstlich alt machen zu können. Sein Andenken lebt deshalb mehr wegen seines hinreißenden Geigenspieles fort, als wegen seiner Kunst als Geigenmacher, denn niemand konnte zu den schottischen Nationaltänzen besser aufspielen als er.
5Peter Hardie hatte mehrere Schüler, zu denen dürfte auch James Mac-Intosh in Blairgowrie gehört haben; Peter Hardies Hauptschüler aber war sein Enkel James Hardie, den er schon als neunjährigen Knaben in seine Werkstatt nahm und unterrichtete. James H. ist jetzt der Erbe des Ruhmes seiner Familie, den, wie man hofft, seine Söhne aufrechterhalten werden. Er ist auch derjenige unter den schottischen Geigenmachern, der die meisten Instrumente gebaut hat; er zieht das Maggini-Modell allen anderen vor und nimmt dadurch eine besondere Stellung ein. Er hat übrigens einen gleichnamigen älteren Vorgänger, der mit ihm nicht verwandt war, der aber Matthew und Thomas Hardie so genau nachgeahmt hat, daß man ihn als einen Schüler dieser beiden ansehen kann. Dieser James Hardie hatte ursprünglich als Modelltischler (wie Alexander Hardie in Maxwelltown, der zuerst Kunstdrechsler und Tabakdosenmacher war) sein Brot verdient, bevor er Geigen zu bauen anfing. Alexander Hardies gleichnamiger Sohn und Schüler ist, fast 80 Jahre alt, erst 1890 in Galashiels gestorben. Einer der besten Schüler Matth. Hardies war der allzu jung verstorbene David Stirrat, und mit Matth. Hardie zusammen arbeitete George Mac-George in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts, der lebenslänglich ein Hardie-Nachahmer blieb. Ob auch der nur sehr selten erwähnte Henry Avorie ein Schüler Hardies gewesen ist, konnte ich nicht ermitteln. Der Sonderbarkeit halber sei hier auch der Bootmacher Gavin Wilson aufgeführt, der um 1813 eine Geige aus gehärtetem Leder verfertigt hat. Er soll einige Anleitung von dem Irländer (?) William Fergusson erhalten haben, der recht gut im Stile Perrys gearbeitet hat.
7Um dieselbe Zeit beschäftigte sich auch der Geiger James Tennant in Lesmahago mit der Herstellung von Violinen und Violoncelli, Hauptort des schottischen Geigenbaus blieb aber nach wie vor Edinburg, wo Liebhaber und Leute von Fach miteinander wetteiferten. Neben den Hardies findet man hier Donald Ross, der als Wasserwerksinspektor nur in seinen Frei-

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