Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 205

Die Geigen und Lautenmacher, 1922

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1Abb. 82. Anton Sprenger, * 1833, † 1900 Stuttgart
2Abb. 83. Eugen Gärtner, * 1864 Stuttgart
4wurde sein Stiefsohn Daniel Schorndorfer, und dessen Nachfolger wieder Johann Mayer, der talentvolle Sohn des Sixt. Mayer. Auf ihn folgte der als Violenmacher recht geschickte Orgelbauer Ludwig Übermann. Vorübergehend war auch der Pfarrer Samuel Baisch als Musiker und Instrumentenmacher in Stuttgart tätig, und da wir wissen, daß er bei einem Lautenmacher allerlei Werkzeuge kaufte, darf man wohl annehmen, daß er zumeist Lauten gemacht hat. Auch Hans Fürst und Marx Guntzer, bei denen die Hofkapelle Saiten kaufte, darf man wohl als Zunftverwandte ansehen.
6Im weiteren Verlauf des 17. Jahrhunderts ging nach dem raschen Aufblühen des Geigenbaus in Italien die Herstellung von Saiteninstrumenten, wie überall, auch in Schwaben zurück. Die Lauten kamen mehr und mehr aus der Mode, und im 18. Jahrhundert gab es hier nur wenige Meister, die sich kaum über einen handwerksmäßigen Durchschnitt erhoben. Daß der Herzog von Württemberg unter ihnen keinen entdeckte, dem er die Fähigkeit zutraute, die treffliche Stuttgarter Hofkapelle zu bedienen, ist nicht wunderbar. Deshalb wurde François Lupot, der um 1758 nach Stuttgart kam, mit offenen Armen aufgenommen und etwa zwölf Jahre später nur sehr ungern entlassen. Hier wurde ihm sein Sohn Nicolas geboren, der später der größte Künstler unter den Geigenmachern der Franzosen werden sollte. Nach Lupots Weggang mußten sich die Stuttgarter Musiker lange ohne einen Geigenmacher behelfen. Das wurde mit der Zeit aber so fühlbar, daß es besondere Freude erregte, als man von einem jungen Militärtrompeter hörte, der ein besonderes Geschick auch beim Ausbessern schadhafter Streichinstrumente an den Tag legte. Dieses Mannes, er hieß Martin Baur, mußte man sich daher schnell versichern; der König selbst schickte ihn auf ein Jahr zu Thumhardt nach München, und als er im Jahre 1824 zurückkehrte, warteten bereits Aufträge aller Art auf ihn. Er soll ursprünglich Tischler und Bildschnitzer gewesen sein, und das muß man auch annehmen, da es sonst allzu merkwürdig wäre, daß er in Jahresfrist jene Tüchtigkeit erlangt

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