Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 241

Die Geigen und Lautenmacher, 1922

7 lines. Read by computer on 23 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 237. See the scan on archive.org.

1Skomal vor, der gleichzeitig mit Hütter und noch etwa ein Jahrzehnt nach ihm in Graz lebte. Beide haben sich vielleicht um den Zusammenschluß der Instrumentenmacher mit den Orgelbauern zu einer Innung, die am 24. Juni 1805 zustande kam, verdient gemacht. Skomal war wohl aus Böhmen eingewandert und hat sich der Tiroler Schule nicht mehr angeschlossen. Georg Kürschner und sein Nachfolger L. Tauber waren Zithermacher, wie auch Johann Jobst, der sich in seinem Fache als Künstler erweist. Als Gitarrenmacher hat Michael Schanner viele Freunde gefunden, die seinen Arbeiten besondere Vorzüge nachrührmten. Mit Bewußtsein zu Stradivari und Guarneri ist dann Franz Herzlieb, der Vater, ein reichbegabter und fleißiger Mann, dessen Geigen heute schon gesucht werden, übergegangen. Sein gleichnamiger Sohn wurde nur 28 Jahre alt, weshalb man ihm unrecht täte, wenn man seine Begabung geringer einschätzen wollte, weil er nur wenige neue Geigen hinterlassen hat. Im Hause Herzlieb war H. Lippitsch groß geworden, er übernahm dann auch die Werkstatt, die er sicher auf der alten Höhe erhalten hätte, wenn er nicht freiwillig aus dem Leben geschieden wäre, als er, schwer leidend, gezwungen wurde, den bunten Rock anzuziehen und nach Bosnien zu marschieren. Recht beliebt bei den Geigern waren auch Heinrich und Gustav Hansch, und als Reparateure haben sich Prachatschek und sein langjähriger Werkführer Ferd. Rothmüller jederzeit bewährt. Karl Kirchner hielt sich nur vorübergehend in Graz auf, während Alois Palfner, der bei Voigt in Wien und bei anderen Meistern etwas Tüchtiges gelernt hat, schon seit 1907 selbständig ist und sich durch gediegene Arbeit bereits den besten Grazer Meistern anreiht. Zum Schlusse sei noch bemerkt, daß sich hier auch einzelne Musikfreunde aus Liebhaberei mit dem Geigenbau beschäftigen, unter denen der städtische Wachmann Peter Steiner, der in seinen Mußestunden bereits eine stattliche Anzahl von Streichinstrumenten fertiggestellt hat, besondere Erwähnung verdient.
3In Klagenfurt, der Hauptstadt Kärntens, hielt sich nur um die Mitte des 19. Jahrhunderts einmal ein Geigenmacher auf, das war Franz Kranabetter; da er aber bald wieder fortzog, kann man annehmen, daß man seine Dienste nicht genügend in Anspruch genommen hat.
5Wendet man sich noch südlicher, dann nähert man sich bereits dem italienischen Sprachgebiet, und Görz, das adriatische Nizza, hat schon eine Einwohnerschaft, die zu zwei Dritteln aus Italienern besteht. Hier lebte im 18. Jahrhundert ein guter Violenmacher, Francesco Pilosio, der vielleicht einen Venezianer zum Lehrer gehabt hat, und das gleiche kann man bei Antonio (I) Pellizon voraussetzen, dessen Geigen in der Form an Amati erinnern, aber doch auch Eigenes aufweisen. Hätte er ein besseres Deckenholz auftreiben können, würden seine Geigen jetzt sicher sehr gesucht sein. Weniger geschickt waren seine vier Söhne, die, solange er lebte — und er erreichte ein Alter von 91 Jahren —, seine Gehilfen waren. Nach seinem Tode haben die Söhne nicht mehr allzu viele Geigen gebaut, aber sie waren gesuchte Reparateure, namentlich Giuseppe Pellizon, der älteste der vier Brüder. Carlo war der fleißigste, und Antonio (II) trotz seiner Handwerksmäßigkeit immer noch geschickter als Filippo, der jüngste, der als achtzigjähriger Greis erst 1897 gestorben ist. one of two readings
6Wendet man sich noch südlicher, dann nähert man sich bereits dem italienischen Sprachgebiet, und Görz, das adriatische Nizza, hat schon eine Einwohnerschaft, die zu zwei Dritteln aus Italienern besteht. Hier lebte im 18. Jahrhundert ein guter Violenmacher, Francesco Pilosio, der vielleicht einen Venezianer zum Lehrer gehabt hat, und das gleiche kann man bei Antonio (I) Pellizon voraussetzen, dessen Geigen in der Form an Amati erinnern, aber doch auch Eigenes aufweisen. Hätte er ein besseres Deckenholz auftreiben können, würden seine Geigen jetzt sicher sehr gesucht sein. Weniger geschickt waren seine vier Söhne, die, solange er lebte — und er erreichte ein Alter von 91 Jahren —, seine Gehilfen waren. Nach seinem Tode haben die Söhne nicht mehr allzu viele Geigen gebaut, aber sie waren gesuchte Reparateure, namentlich Giuseppe Pellizon, der älteste der vier Brüder. Carlo war der fleißigste, und Antonio (II) trotz seiner Handwerksmäßigkei immer noch geschickter als Filippo, der jüngste, der als achtzigjähriger Greis erst 1897 gestorben ist. one of two readings

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