Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 177

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

31 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 155. See the scan on archive.org.

1seine Werkstätte in der Altstadt, zuletzt in seinem eigenen Hause, das er 1736 erwarb, in der Konviktská ulice (Convictsgasse) No. 296, das noch heute u Eberlů genannt wird. In seiner Arbeit verräth er, dass er bei Edlinger eine gute Schule durchgemacht hat. Seine Violinen und Violoncelli sind nach Stainer gebaut, tadellos in der Form, prächtig im Holz und in der Ausführung. Sein Lack ist von sehr schöner rother Farbe und anscheinend auf gelbem Grunde aufgetragen. Die Einlage ist gut und breit, der Ton jedoch nicht ganz so gross, als man eigentlich erwarten könnte. Sehr schön ist auch die äussere Ausstattung seiner Geigen, die Schnitzerei am Hals und am Wirbelkasten. Am häufigsten kommen Violen, besonders Viola d’amore von ihm vor*). Er ist der erste charakteristische Vertreter der Prager Schule. Mehrere schöne Arbeiten von ihm befinden sich im musikhistorischen Museum Paul De Wit’s in Leipzig, darunter eine prächtige fünfsaitige Viola (Quinton) von 1749 und eine Viola d’amore von 1755. Eine ältere, schon aus dem Jahre 1731 stammende Viola d’amore besitzt das Stift Ossègg von ihm und eine von 1749. Auf dem Chor der Braunauer Stiftskirche befindet sich eine Bratsche von ihm aus dem Jahre 1739. Eine Geige aus seinem letzten Lebensjahre (1768) besitzt das Bened. Stift St. Margareth bei Prag. In der fürstl. Lobkowitz’schen Sammlung auf Raudnitz sind zwei Violinen von 1739 und 1753 und eine von 1760.
3Joannes Udalricus Eberle
4Lauten- und Geigenmacher in Prag
5Aº 1752
7Joannes Udalricus Eberle,
8fecit Praga, 17
10Joannes Udalricus Eberle,
11fecit Praga, 1759
13Joann. Udalricus Eberll
14fecit Pragae 1748
16Eberle, Karl. — Innsbruck. 1829.
17Vielleicht ein Sohn von Magnus Benedict E.**). — Ich kenne nur Reparaturen von ihm.
19Eberle, Magnus Benedict. — Wiener-Neustadt. Raab. 1803. 1835.
20Er dürfte aus Bayern stammen und lässt sich in Wiener-Neustadt von 1803 an nachweisen. Er war mit Anna Valentin verheirathet und wurde 1813 Viertel-
22Magnus Eberle fecit
23W. Neustadi 1813
25Magnus Eberle fecit
26Raabae 1820
28*) Einer der bedeutendsten Virtuosen auf der Viola d’amore war der Componist Johann Joseph Eberle (geb. um 1735, † in Prag 1772), war kein Verwandter unseres Geigenbauers.
29**) Dass dieser einen am 6. Dec. 1807 geborenen Sohn Karl Boromäus hatte, steht urkundlich fest.
30***) Aus dem musikhistorischen Museum des Herrn Fr. Nicolas Mauskopf in Frankfurt a. M.

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