Scan 187
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Epp, Magn. (?). — Füssen. 1600.
2Eine rundbauchige, einfache Laute von roher Arheit trug diesen Namen. Der Taufname war nicht sicher leserlich; die Jahreszahl könnte auch 1609 geheissen haben. Er ist vielleicht der Stammvater der Strassburger Familie.
4Epp, Mattheus (Mathias). — Strassburg i. E. Geb. in Füssen um 1610, † nach 1660.
5Er wanderte als Lautenmacher in Strassburg ein und heirathete dort 1638 die Rosina Salome Windschläg (Kirchenbücher M. 109). Er war ein tüchtiger Künstler und hat nach Baron »breitspänichte Instrumenta verfertiget und unterschiedene Lauten aus Elfenbein gemacht«. Je eine Taschengeige mit Elfenbein-Einlagen befindet sich in der Sammlung des Pariser Conservatoriums (No. 104)* und im musikhistorischen Museum P. de Wits in Leipzig (vom Jahre 1656).
7Erahr. — Mâcon. Um 1820.
8Grillet nennt ihn mit der Bemerkung, dass er Leiern im Stile Louvet's gemacht habe. Ist der Name nicht aus Erard (Erhard) entstanden? Im Archiv zu Mâcon ist nichts über ihn zu finden.
10Ergele, Joh. Conrad (Vater). — Waldshut. Geboren um 1725. † 11. Febr. 1788.
11Ein Geigenmacher, über dessen Leben ein von seinem Sohne geschriebenes Hausbuch einige Auskunft giebt. Er hatte mit seiner ersten, 1762 verstorbenen Frau, geb. Hattenbach, sieben Kinder, heirathete zum zweiten Male und wurde, wie der Sohn schreibt, »mit dieser Ehe so angeführt, dass er keine schlechtere Frau in Waldshut hätte bekommen können; alles musste versoffen sein«. Seine Geigen zeigen denselben Styl wie die der Familie Straub.
13Ergele, Johann Conrad (Sohn). — Freiburg i. Br. Geb. 26. Aug. 1750 in Waldshut, † 10. Juni 1821.
14Schüler seines Vaters, ging 1766 in die Fremde und kam 1772 wieder heim, wo er eine Stiefmutter vorfand. Er erzählt in einem erhaltenen Hausbuche die traurige Lage, in die er dadurch kam: »Meine Stiefmutter zerschnitt mir meine Hemmeter, die ich aus der Frembd gebracht habe zu Windeln für ihre Kinder; ich hatte Arbeit und genug zu verdienen, aber es half nichts, ja meine Stiefmutter trug die Früchte unter der Predig an den Sonntagen aus dem Hauss, kurz ich war es müde, dies länger anzusehen. Anno 1774 ging ich nach Rheinfelden, erzählte es meiner Schwester (die aelteste 1. Ehe), lieh von ihr 50 fl. und ging also den 27. April nach Freiburg.« Dort mietete er in der Pfaffengasse eine Wohnung, hing ein Schild aus und hatte sich in 11 Monaten bereits 200 fl. »erhaust«, so dass es ihm in den Sinn kam, Bürger zu werden, was ihm mit dem Opfer fast aller seiner Ersparnisse endlich auch gelang. 1775 verheirathete er sich mit der Metzgerstochter Maria Anna Knüpffer und erhielt
16Joh. Con. d. Ergele, Lauten- und Geigenmacher, fecit. Friburgi Brisgoviae,
18*) Im Katalog wird der Name irrig »Sup« angegeben.
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