Scan 268
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Guarneri, Andrea. — Cremona. Geb. um 1626, † 7. Dec. 1698.
2Sohn des Bartolommeo und der Stammvater der berühmten Cremoneser Geigenmacherfamilie. In fast allen Urkunden wird der Name allerdings Guarneri geschrieben, auf den Zetteln der einzelnen Mitglieder der Familie findet man aber stets die Schreibart Guarnerius vorgezogen. Andrea war einer der ersten Schüler Nicola Amati's und kommt bereits 1641 in den Acten der Pfarrei St. Faustino und Giovita mit der Bemerkung vor, dass er ein Mitbewohner des Hauses Amati und 15 Jahre alt sei. Es lässt darauf schliessen, dass Amati ihn besonders schätzte, da er ihn zum Zeugen bei seiner Vermählung mit Lucrezia Pagliari genommen hatte (23. Mai 1645). Wenige Jahre später, am 31. December 1652, heirathete er selbst Anna Maria Orcelli († 13. Januar 1695), aus welcher Ehe sieben Kinder, vier Töchter und drei Söhne, hervorgingen. Andrea's Geigen sind grösser als die seines Lehrers, wenn er sich auch anfangs genau an dessen Modelle gehalten hat Später nahm er die Wölbung flacher, veränderte die F-Löcher und erfand eine eigene Schnecke, sein Lack ist verschieden, gewöhnlich orangefarben Der Ton ist recht gut, und am besten sind seine Violoncelli, die er, wie fast alle Cremoneser in zwei Grössen machte. Ausser vollen Geigen fertigte er auch *halbe* an; eine solche aus dem Jahre 1644 besitzt die kgl. Sammlung alter Musikinstrumente, in Berlin. — Zwei von seinen Söhnen sind gleichfalls Geigenmacher geworden
4Andreas Guarnerius fecit Cremonae sub titulo Sanctae Teresiae 1673
6Guarneri, Antonio. — Cremona.
7Gian Battista G. hatte wohl einen Sohn Namens Giuseppe Antonio, der aber schon in seinem Geburtsjahre 1683 gestorben ist. Einen anderen Antonio Guarneri hat es aber überhaupt nicht gegeben. Wenn daher ein Antonio G. angeführt wird, der 1678 *sub titulo Theresiae* gearbeitet haben soll, so beruht dies im günstigsten Fall auf einer Verwechslung mit Andrea.
9Guarneri, Caterina. — Cremona.
10Wenn es mehr als eine Sage ist, dass auch eine Catarina G. Geigen gemacht hat, die als eine Schülerin der Brüder Giuseppe und Pietro G. bezeichnet wird, dann könnte nur Pietro G.'s Ehefrau Catarina Sussagni (geb. um 1658) darunter gemeint sein, da die Tochter seines jüngeren Bruders Giuseppe G. (Josephus G.), Anna Caterina, geb. 19. März 1697, schon im Jahre 1698 verstorben ist. Geigen, die von einer Caterina G. herrühren, sind mir zwar nie bekannt geworden, aber es wäre immerhin möglich, dass Caterina, wenn sie ihren Mann überlebt haben sollte, das Geschäft fortgesetzt hat.
12Guarneri, Joannes Florenus (?) — Cremona. 1590.
13Claudius in Malmö stellte 1901 in Stockholm eine Laute aus, als deren Verfertiger ein Joannes Florenus Guarneri erscheint. Es liegt nahe, diesen Namen als eine willkürliche Verbindung der beiden Namen *Florenus* und *Guarneri* zu halten.
15Guarneri, Giuseppe, genannt *del Gesù.* — Cremona. Geb. 16. Oct. 1687*), † nach 1742.
16Der grösste Meister aus der Familie der Guarneri und einer der grössten
18*) Giuseppe hatte einen älteren, am 8. Juni 1683 geborenen Bruder, Namens Giuseppe Antonio, der wenige Monate nach seiner Geburt starb.
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