Scan 269
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Geigenmacher überhaupt. Er war der Sohn des Gian Battista G. und der Angiola Maria, geb. Locadelli. Gian Battista's Vater war Bernardo G., ein Vetter von Andrea G. Dass er ein Schüler Stradivari's gewesen, lässt sich durchaus nicht beweisen und ist sogar unwahrscheinlich. Er ging seinen eigenen Weg und ist vollkommen unabhängig von seinen Vorgängern, ein genialer Künstler, dessen Werke denen Stradivari's ebenbürtig sind und diesen jetzt mit Recht sogar manchmal vorgezogen werden. Da er auf seinen Geigen das eucharistische Zeichen IHS — die ersten drei griechischen Initialen des Namens Jesu — anbrachte, erhielt er den Beinamen „del Gesù“. Ueber seinen Lebenslauf ist wenig bekannt; die Sage, dass er im Gefängniss gestorben sei, ist wohl nur darauf zurückzuführen, dass thatsächlich ein Verbrecher Namens Guarneri am Anfange des 18. Jahrhunderts eingekerkert wurde, dieser aber hatte den Vornamen Giacomo. Gius. G. wechselte seine Modelle häufig und liess das Holz in der Brust sehr stark, bei getheiltem Boden liess er die Flammen manchmal auch abwärts laufen. Man unterscheidet bei ihm drei Perioden. In der ersten wechselt er das Patron häufig, ebenso die Form der F-Löcher; die Arbeit ist
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