Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 422

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

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1Wölbung die wünschenswerthe Verbesserung des Tons zu erreichen, da die Arbeiten seiner zweiten Periode meist schon daran kenntlich sind, dass sie höher gewölbt sind als die der ersten. Später kam er jedoch davon wieder ab. Die Arbeit ist jetzt genauer, die Einlage sorgfältiger gemacht und das Holz von ausgesuchter Schönheit. Weitere Fortschritte machte er in der dritten Periode seines Schaffens. Möglicher Weise beeinflussten ihn da die Arbeiten Ant. und Girolamo Amati's. Er kam nun zu dem ihm eigenthümlichen Modell und fand auch die richtigen Stärkeverhältnisse des Holzes; charakteristisch für ihn sind die von ihm gewöhnlich angewendete doppelte Einlage und die niederen Zargen. Sein Lack ist dem von G. da Salò ähnlich, nur klarer, dünner und feuriger und von verschiedener Farbe, meist jedoch hellbraun. Seine Violoncelli sind ähnlich in der Form und dem Lack; nur die F-Löcher sitzen etwas zu hoch. Er ist unstreitig der bedeutendste Meister der Schule von Brescia gewesen, und alle späteren grossen Meister standen noch unter seinem Einfluss. Freilich können seine Geigen heute nicht mehr als Toninstrumente ersten Ranges gelten, doch haben sie ihrer Seltenheit wegen einen hohen Sammlerwerth und werden ausserordentlich theuer bezahlt. Der Boden ist meist nach der Schwarte geschnitten und die F-Löcher lang gestreckt und originell. (Bei den F-Löchern ist der untere Punkt stets grösser als der obere.) Die Schnecke ist gewöhnlich etwas kleiner als bei anderen Geigenmachern; die Ohren sind sehr kräftig. Es sind schwerlich mehr als 50 Geigen von ihm noch vorhanden. Er ist einer der Ersten, der auf die Wahl des Holzes Werth legte und die Dickenverhältnisse berechnete. Ueber sein Leben ist sonst wenig bekannt; er wohnte, wie schon bemerkt, in der Contrada del palazzo vecchio del Podestà, wahrscheinlich in dem gleichen Hause, das vor ihm G. da Salò bewohnte. Von seinen Söhnen starb der eine als Kind, der andere (Carlo F.) wurde Seidenhändler; trotzdem findet man sie oft fälschlich als Geigenmacher ausgegeben. Eine Prachtgeige von ihm ist in der Sammlung Chimay; eine andere besass bekanntlich Charles de Bériot etc.
3Gio: Paolo Maggini, in Brescia
5Maggini, (Pietro) Santo. — Brescia. 1630. 1680.
6Dass Maggini einen Freund hatte, der Santo de Santis hiess, und der Zimmermann war, steht fest. Es ist nicht ganz ausgeschlossen, dass dieser Santo nach Maggini's Tod die Werkstatt übernahm und das Geschäft fortsetzte, wobei er sich den Namen Maggini's beilegte. Es kommen auch thatsächlich einige Bässe mit dem Namen »Pietro Santo Maggini« vor; einen solchen von ungewöhnlicher Grösse findet man im musikhistorischen Museum P. de Wits in Leipzig. Wenn verschiedene Schriftsteller »Pietro Santo« für den Sohn Maggini's ausgeben, so beruht das auf einem Irrthum. Maggini's einziger, ihn überlebender Sohn Carlo Francesco war Kaufmann*) und noch ein Kind von sechs Jahren, als sein Vater starb. Ausser diesem Pietro Santo gelten noch A. Lanza, G. G. Pazzini aus Florenz und A. Mariani aus Pesaro als Schüler Maggini's.
8Maghetti, Sev. — Rom. 1797.
9Er verarbeitete ein besonders schönes Holz, — das ist das Beste, was man ihm nachrühmen kann.
11*) Seidenhändler.

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