Scan 553
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Richter. — Modena. 1808.
2Ein Deutscher, der sich am Anfang des 19. Jahrhunderts als Guitarrenmacher in Modena niederliess. Er soll jedoch auch Geigen gemacht haben. Auch bei Valdrighi (2617) wird er erwähnt.
4Richter & Jühling s. Jühling.
6Ricolazi, Ludovico. — Cremona. 1729.
7Ich kann diesen Namen nur auf Vidal's Autorität hin hier anführen. Irgend welche Belege, dass ein Geigenmacher Ricolazi wirklich in Cremona gelebt habe, waren nicht aufzufinden.
9Ricordi, Giovanni. — Mailand.
10Eine Geige ohne Datum mit der Inschrift: 'Giovanni Ricordi Milano' befindet sich im Mathias-Dom zu Ofen (Budapest). Der Zettel deutet wohl den Verkäufer (Musikalienhändler), nicht aber den Verfertiger an.
12Ricque, Henri. — Brüssel? 1459. 1460.
13Ein Brabanter Meister, dessen Name urkundlich nachzuweisen ist. Vgl. Archives des Arts (Brüssel).
15Riechers. — Hannover. 1835. 1848.
16Der Vater von August Riechers. Der Letztere schreibt von ihm: 'Schon als Knabe lauschte ich gern den Erzählungen meines Vaters, der als Musiker in Hannover lebte und nebenbei als Autodidakt die Geigenmacherei betrieb…. Er erwähnte es stets als ein besonderes Ereigniss und betrachtete es als eine grosse ihm zu Theil gewordene Auszeichnung, dass er die Guarneri-Geige Paganini's öffnen und repariren durfte. Obgleich der grosse Künstler die Arbeit lobte und durch die Reparatur vollständig zufriedengestellt war, fand er doch die angesetzte Rechnung von 3 Thalern zu hoch, so dass sich dieser darüber sehr ärgerte und den Italiener samt seiner Geige verwünschte….'
18Riechers, Albert. — Wiesbaden, London, Toronto, San Francisco. 1880. 1893.
19Aeltester Sohn von August Riechers und dessen Schüler. Er wurde auch als Geiger ausgebildet, arbeitete in verschiedenen Städten und wanderte 1892 nach Amerika aus.
21Riechers, August. — Hannover, Berlin. Geb. 8. März 1836 in Hannover, † 4. Jan. 1893 in Berlin.
22Als Sohn eines Musikers, der sich auch mit dem Ausbessern alter Geigen beschäftigte, hat er schon mit 12 Jahren eine Geige selbstständig zu machen versucht, kam aber trotzdem, sehr gegen seinen Willen, zu einem Claviermacher in die Lehre. Hier hielt er es nicht lange aus; nun erst setzte er es durch, nach Markneukirchen geschickt zu werden, wo Carl Friedrich Ficker, genannt 'Fickerhansl', sein Lehrer wurde. Als Gehilfe arbeitete er hauptsächlich bei L. Bausch. Wenn er beiden Meistern auch viel verdankte, so hat er es doch erst durch rastloses Selbststudium zu jener Vollkommenheit gebracht, die ihn vor anderen Geigenmachern auszeichnete. 1862 liess er sich in seiner Vaterstadt Hannover, Bübelingenstr. No. 11, nieder und hatte das Glück, dass Joachim auf ihn aufmerksam wurde, ihn förderte und ihn schliesslich im Jahre 1872 veranlasste, seine Werkstatt nach Berlin zu verlegen. Er arbeitete fast ausschliesslich nach den Modellen von Stradivari, wobei er immer wieder neue Versuche anstellte, und daher kommt es auch, dass seine ältesten Geigen zu dick im Holz sind, während seine späteren oft zu dünn. Gut aber sind sie alle; nur unter den Geigen aus seiner allerletzten Zeit, an denen er wenig selbst gearbeitet hat, und die nicht immer von geschickten Gehilfen herrührten, findet man solche, die
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