Scan 555
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1aber auch nach Stradivari. Im Anfange schrieb er seine Zettel; später verwendete er auch gedruckte Zettel mit handschriftlich hinzugefügter Nummer, oder er copirte den Zettel des Originalinstruments, das ihm als Vorlage diente, und setzte geschrieben oder gedruckt darunter: *Josephus Riedel in Meseritz (Danzig)imitabat Anno 18…*
2Eine Geige, die nicht so gut war, wie er es verlangte, zerbrach er lieber, ehe er sie aus den Händen gab. Leider fand er nur wenig materielle Anerkennung, so dass sein Idealismus um so höher anzuschlagen ist, da er sich nie dazu hergab, Fabrikwaare herzustellen. Heute werden seine Arbeiten bereits theuer bezahlt. Eine sehr gute Violine von ihm besitze ich selbst.
4Riedele. Mathias. — Augsburg. 1760. † vor 1802.
5Seiner Arbeit nach muss er ein Schüler von G. F. Wenger gewesen sein, den er mit bestem Erfolge nachahmte. Er machte besonders vorzügliche Bässe, aber auch viele Geigen von kleinstem Umfang, Taschengeigen u. dgl. Da er im Adresskalender von 1792 noch, in dem von 1802 aber nicht mehr vor kommt, dürfte er in der Zwischenzeit gestorben sein.
7Riedl, Wenzl. — Oberschönbach b./E. Geb. 1854 in Oberschönbach.
8Schüler von Josef Siebenhüner, bei dem er seit 1869 lernte. Bis 1893 arbeitete er in verschiedenen Werkstätten und machte sich 1894 selbstständig. Er ist nicht identisch mit Wenzl Riedl, der um 1884 in Stockerau als Geigenmacher thätig war. Ein anderer Riedl war im 19. Jahrhundert in Pressburg ansässig.
10Riedlen, Gottlieb Friedrich. — Bonn. Geb. 1749 in Tuttlingen. 1785.
11Ein Mechaniker und Instrumentenmacher, der allerlei Musikinstrumente mit Claviaturen erfand, u. A. ein solches, das die Wirkung eines Streichquartetts mit Flöten hervorgebracht haben soll. Er kam 1782 nach Bonn, doch hat er mit seinen Erfindungen keinen nachhaltigen Erfolg erzielt.
13Rief, Antoni. — Vils. 1810.
14Er kommt den besseren Füssener und Mittenwalder Meistern sehr nahe; nur sein Lack ist recht dürftig. Uebrigens soll ein Antoni R. in Vils bereits um 1722 vorkommen.
16Rief, Dominicus. — Vils, 1795. 1810.
17Vielleicht der beste Geigenmacher aus seiner Familie. Seine Arbeit ist sorgfältig, der Ton gut, nur ein wenig näselnd; seine Zettel sind theils geschrieben, theils gedruckt.
19Rief, Johann Georg. — Vils. 1797. 1832.
20Seine Arbeit ist der der übrigen Mitglieder seiner Familie sehr ähnlich; nur scheint er eine etwas höhere Wölbung bevorzugt zu haben.
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