Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 615

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

19 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 593. See the scan on archive.org.

1Käml's Tod nach München berufen als „Geigen- und Lautenmacher der Hofmusik“. Er folgte diesem Ruf und kaufte das Geschäft seines Lehrmeisters Wolfram. Obwohl er ein geschickter Meister war, verstand er es doch nicht, sich mit den Herren bei Hof gut zu stellen, und als Claudius Boiteux sich 1786 in München niederliess, war es diesem nicht schwer, ihn völlig zu verdrängen. Erst nach dem Wegzug des Boiteux von München um 1799 erhielt er wieder Aufträge von der Intendanz.
3Siebenhüner, Anton, wahrscheinlich aus dem Egerlande stammend, hat eine Geigenmacherwerkstatt in Zürich.
5Siebenhüner, Bernhard. — Schönbach b./Eger. 1778. 1826.
6Er wohnte Haus No. 208 und war in seiner Weise nicht ungeschickt. Die Geigen von ihm haben zwar kein besonders schönes Modell, klingen aber meist recht gut.
8Siebenhüner, Josef. — Schönbach b./Eger. 1826.
9Wahrscheinlich ein Sohn von Bernhard S. und diesem in der Arbeit recht ähnlich.
11Siebenhüner, Martin. — Schönbach b./Eger. 1826.
12Vielleicht Josef S.'s Bruder. Auch seine Geigen sind denen von Bernhard S. recht ähnlich.
14Siebert, Fr. — Berlin. 1895.
15Bis 1895 Inhaber der Firma Carl Grimm.
17Siefert, Christian Heinrich. — Eisenach, Leipzig. Geb. 23. Januar 1831 zu Eisenach, † 18. Juni 1889 in Leipzig.
18Er war ursprünglich Besitzer eines Schneidergeschäfts und dabei als Dilettant ein ziemlich guter Geiger. Im Jahre 1861 kam er durch Zufall in den Besitz einer echten Stradivari-Geige und seitdem begann er sich auch für das Geigenmachen zu interessieren; schliesslich machte er mit den einfachsten Werkzeugen den Versuch, selbst Geigen herzustellen, was ihm bei seiner besonderen Veranlagung über alles Erwarten gelang. Tüchtige Musiker wurden auf ihn aufmerksam und ermunterten ihn, sich ganz dem Geigenmachen zu widmen, was er zuletzt auch that. Er vervollkommnete sich in dieser Kunst immer mehr und erwarb sich bald einen Namen. Im Jahre 1875 siedelte er nach Leipzig über und brachte es durch fortgesetztes Studium dahin, dass er zu den geschicktesten deutschen Meistern seiner Zeit gerechnet werden kann. Er war Autodidakt, studirte aber unablässig die Werke Stradivari's und besonders die in seinem Besitze befindliche Geige, die er sich zum Vorbild genommen hatte. In der Arbeit war er ungemein gewissenhaft; das Holz wählte er so sorgfältig, als nur möglich und bildete sich schliesslich ein eigenes Modell (drei verschiedene Patrone). Uebrigens fertigte er zu jeder Geige eine eigene Zeichnung an. Bratschen und Violoncelli hat er nur selten gemacht. Seine Violinen tragen seinen handschriftlichen Zettel, und solche, an denen fremde Hände mitgearbeitet haben, sind ausdrücklich als „Schülergeigen“ bezeichnet. Sein Lack ist schön und wirkt nur deshalb zu hell, weil er das Holz vorher zu beizen oder zu färben verschmähte. Der Ton ist edel, die Ansprache weich, und seine Violinen

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