Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 649

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

21 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 627. See the scan on archive.org.

1Stoss, Martin (Johann Martin). — Wien. Geb. 12. Sept. 1778 in Füssen, † 9. Aug. 1838.
2Sohn von Magnus Steph. Stoss in Füssen. Er liess sich frühzeitig in Wien nieder und war mit Anna Dangl aus Wien (geb. 1781, † 1854) verheirathet. Er wohnte zuerst St. Ulrich No. 4, von 1826—1830 No. 70 und vorher Breunerstr. No. 1209. Am 25. Juli 1811 legte er den Bürgereid ab, er gilt als einer der besten Geigenmacher Wiens vom Anfang des 19. Jahrhunderts und war auch Hof-Geigenmacher und beeideter Schätzmeister. Er arbeitete nach dem Stradivari-Modell, doch war er kein Künstler im Lackiren. Er befasste sich viel mit Versuchen, den Stimmstock zu verändern. Um die Spannung auszugleichen, wollte er einen Stimmstock erfinden, den man im Innern nach Belieben verlängern oder verkürzen könnte.
4Martin Stofs
5in der oberen Breunerstrasse No. 1209
6in Wien 1817
8Martin Stofs
9kaiserlich Hof-Geigen- und österreichischer Adler
10königlicher Lautenmacher
11in Wien 1819
13Stoss, Pius Bernhard Anton. — Wien. Geb. 10. März 1784. 1823.
14Er war aus Füssen und galt als ein Sohn von Magnus Steph. St. (Dieser aber hatte keinen Sohn Namens Bernhard, sondern nur einen Bruder, den am 18. Aug. 1746 geborenen Magnus Bernhard.) — Er war der jüngste Sohn des Franz Anton St. und der Juliana Klotz und wohnte in Wien, wie Martin St. zu St. Ulrich No. 4 und legte am 21. Oct. 1813 den Bürgereid ab. Er ist seinem Vetter in der Arbeit vollkommen ebenbürtig. Sein Taufname wird im Bürgerbuch irrthümlich Peter geschrieben; er selbst nannte sich kurzweg Bernhard'St.
16Stourdza, Fürst Gregor. — Wien etc. 1873.
17Auch einer von den Vielen, die über Stradivari hinaus wollten und zwecklose Erfindungen machten. Er construirte Geigen nach einem »neuen Princip«, die von dem Wiener Geigenfabrikanten Zach nach den Angaben des Fürsten gemacht wurden. Der Grundgedanke der Construction beruhte darauf, dass der wesentlich vergrösserte Schallkörper der Geige möglichst der Ellipse genähert wird. Die beiden Hälften des Instruments rechts und links neben den Saiten sind ungleich, wodurch das Ganze verschoben aussieht. Der Ton war stark, aber rauh und schnarrend, und selbst so ausgezeichnete Künstler wie Hellmesberger und Popper konnten den Instrumenten nichts abschmeicheln. Er nannte seine Instrumente: »Violino arpa«, »Violino chitarra« etc. Mehrere der von ihm erfundenen Geigen, die jetzt im Museum des Pariser Conservatoriums aufbewahrt werden, waren 1873 in Wien auf der Weltausstellung zu sehen.
19Stradivari, Antonio. — Cremona. Geb. zwischen 1640—1650, † 18. oder 19. Dec. 1737 in Cremona.
20Schüler von Nicolas Amati. Der Meister aller Meister der Geigenmacherei, ein genialer Künstler, der nicht mehr erreicht und noch weniger übertroffen werden konnte. Obwohl er schon zu Lebzeiten in hohem Ansehen stand, sind doch nur spärliche Nachrichten über sein Leben auf uns gekommen; die wenigen

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