Scan 651
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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11667 Francesca Feraboschi, die Wittwe Gian Giacomo Capra's, heirathete, von der er sechs Kinder hatte. Francesca war 1640 geboren — also wohl zehn Jahre älter als Stradivari — und starb am 25. Mai 1698. Am 24. August des darauffolgenden Jahres ging er eine zweite Ehe ein mit Antonietta Zambelli (geb. 1664, † 1737), die ihn gleichfalls mit fünf Kindern beschenkte. Er kaufte am 3. Juni 1680 von den Brüdern Picenardi ein Haus an der Piazza San Domenico No. 2 (heute Piazza Roma No. 1) für annähernd 6000 M. Er muss schon damals recht wohlhabend gewesen sein, später aber wurde er ein reicher Mann; ja, das Sprichwort: »Reich wie Stradivari!« soll sich bis auf den heutigen Tag in Cremona erhalten haben. Leider ist bisher kein sicheres Bildniss des Meisters
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5bekannt geworden, man ist daher darauf beschränkt, sich nach der Schilderung des Geigers Polledro in Turin (1781–1853), dessen Lehrer Stradivari gut gekannt haben wollte, die eigenartige Persönlichkeit des grössten Geigenmachers vorzustellen. Danach war Stradivari ein grosser, hagerer Mann, der bei der Arbeit stets eine weisse Wollmütze und weisse Lederschürze getragen hat. Er hat in seiner Jugend gewiss eine für seine Zeit sehr gute Schulbildung erhalten; wann er bei Nicolas Amati in die Lehre trat, und wie lange er bei ihm blieb,
7und zählt drei Zeilen später die sog. »Schwanengesang-Geige« von 1737 auf und sagt dazu: »Dieses Instrument enthält die handschriftliche Einzeichnung des Meisters ,d'anni 93'.« Also wäre die erste doch nicht die einzige Quelle für das Alter. Nun hat aber auch W. E. Hill mehrere Geigen mit Altersbezeichnungen gesehen, die 1650 als Geburtsjahr wahrscheinlicher erscheinen lassen.
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