Scan 653
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
5 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 631. See the scan on archive.org.
1sie tiefer aus. Ein gutes Beispiel für diese Periode ist die aus dem Jahre 1679 stammende sogen. »Hellier-Violine« (jetzt im Besitze von Charles Oldhams). Er scheint inzwischen einige Meisterwerke der Brescianer-Schule kennen gelernt zu haben. Er wollte nun ihren volleren Klang mit dem süßen Schmelz der Amati-Geigen verbinden, und so zeigen die Arbeiten seiner zweiten Periode, die die man von 1686—1694 setzt, Manches, was an die Brescianer erinnert, aber er nimmt jetzt die Wölbung flacher, macht die Geigen etwas grösser, schweift die )( kühner aus und schneidet die F-Löcher, die er jetzt weniger steil anordnet, feiner aus. Auch das Holz wird schöner, wie er überhaupt damals eine gewisse Freude an der Ausstattung gehabt zu haben scheint, da er verschiedene Instrumente mit Elfenbeineinlagen verzierte.*) Möglicher Weise wurde er durch besondere Bestellungen dazu veranlasst; so machte er 1687 mehrere Geigen für den spanischen Hof, 1684 und 1690 solche für Cosmo von Medici, die besonders schön ausgestattet wurden. Der Brescianer Einfluss macht sich besonders bemerkbar in den Geigen, die er schon nach 1687 herzustellen begann, und die in ihren Maassen an Maggini's beste Arbeiten erinnern. Er nahm das Modell in der Mitte schmaler als vorher oder nachher; die Geigen sehen dadurch etwas länger aus, und so hat man das Patron »allongé« genannt. Auch diese Versuche befriedigten ihn nicht, obwohl er damit schon alle seine Vorgänger übertroffen hatte. Die Schnecke zeigt in dieser Zeit einen mitteltiefen Stich, der zweite Ring ist um ein Drittel schmaler als die Augenbreite, die äussere Windungskante steht im rechten Winkel zu den äusseren senkrechten Linien. 1690 wird das Modell grösser, die Wölbung schöner, er nähert sich wieder dem Amati-Modell, und es entsteht das sogen. »amatisirte Patron«. Um 1693 ist sein Modell etwa 35,8 cm lang. Die obere Breite beträgt 16,8, zwischen den )( 11,4 und die untere Breite 20,9 cm. Der Boden ist in den Backen schwach gehalten. Die dritte Periode beginnt nach 1695, erreicht ihren Höhepunkt 1714 und währt bis 1720. Es ist dies die eigentliche Glanzzeit des Meisters; jetzt hat er gefunden, one of two readings
2sie tiefer aus. Ein gutes Beispiel für diese Periode ist die aus dem Jahre 1679 stammende sogen. »Hellier-Violine« (jetzt im Besitze von Charles Oldhams). Er scheint inzwischen einige Meisterwerke der Brescianer-Schule kennen gelernt zu haben. Er wollte nun ihren volleren Klang mit dem süßen Schmelz der Amati-Geigen verbinden, und so zeigen die Arbeiten seiner zweiten Periode, die die man von 1686—1694 setzt, Manches, was an die Brescianer erinnert, aber er nimmt jetzt die Wölbung flacher, macht die Geigen etwas grösser, schweift die )( kühner aus und schneidet die F-Löcher, die er jetzt weniger steil anordnet, feiner aus. Auch das Holz wird schöner, wie er überhaupt damals eine gewisse Freude an der Ausstattung gehabt zu haben scheint, da er verschiedene Instrumente mit Elfenbeineinlagen verzierte.*). Möglicher Weise wurde er durch besondere Bestellungen dazu veranlasst; so machte er 1687 mehrere Geigen für den spanischen Hof, 1684 und 1690 solche für Cosmo von Medici, die besonders schön ausgestattet wurden. Der Brescianer Einfluss macht sich besonders bemerkbar in den Geigen, die er schon nach 1687 herzustellen begann, und die in ihren Maassen an Maggini's beste Arbeiten erinnern. Er nahm das Modell in der Mitte schmaler als vorher oder nachher; die Geigen sehen dadurch etwas länger aus, und so hat man das Patron »allongé« genannt. Auch diese Versuche befriedigten ihn nicht, obwohl er damit schon alle seine Vorgänger übertroffen hatte. Die Schnecke zeigt in dieser Zeit einen mitteltiefen Stich, der zweite Ring ist um ein Drittel schmaler als die Augenbreite, die äussere Windungskante steht im rechten Winkel zu den äusseren senkrechten Linien. 1690 wird das Modell grösser, die Wölbung schöner, er nähert sich wieder dem Amati-Modell, und es entsteht das sogen. »amatisirte Patron«. Um 1693 ist sein Modell etwa 35,8 cm lang. Die obere Breite beträgt 16,8, zwischen den )( 11,4 und die untere Breite 20,9 cm. Der Boden ist in den Backen schwach gehalten. Die dritte Periode beginnt nach 1695, erreicht ihren Höhepunkt 1714 und währt bis 1720. Es ist dies die eigentliche Glanzzeit des Meisters; jetzt hat er gefunden, one of two readings
4*) Man kennt etwa ein Dutzend solcher reich verzierter Arbeiten von Stradivari.
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